Ententeich

Das große Geschnatter geht weiter!
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 Betreff des Beitrags: Blutbild?!?
Ungelesener BeitragVerfasst: 2. Januar 2021, 15:28 
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Registriert: 11. Mai 2007, 14:38
Beiträge: 1826
Unabhängig davon ob beim Tier oder Mensch scheint für Viele die Diagnostik per Blutbild ein gängiges Verfahren zu sein. Auf mich wirkt das immer so, Pony oder Mensch hat ein Wehwechen und mittels Bltutbild wird heraus gefunden, was genau dem Individuum fehlt.
Ist das wirklich so, oder missverstehe ich das nur?
Nach Auskunft meiner Ärzte, sowohl human als auch veterinärmedizinisch, scheint es eine Vielzahl sehr unterschiedliche Möglichkeiten zu geben und in der Regel wird von diesen ein Blutbild nur in Auftrag gegeben, wenn ein bestimmter Verdacht besteht, der dann per Blutbild überprüft wird.

_________________
"Was ist wichtiger? ", fragte der Panda, " Der Weg oder das Ziel?"
"Die Weggefährten", antwortete der kleine Drache.


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 Betreff des Beitrags: Re: Blutbild?!?
Ungelesener BeitragVerfasst: 2. Januar 2021, 16:18 
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Registriert: 15. November 2007, 12:46
Beiträge: 1552
Wohnort: Niedersachsen
1) Ein Blutbild beschreibt ausschließlich die Zusammensetzung des Blutes (Zellreihen und ihre Beschaffenheit, Verhältnis von flüssig zu zellulär usw). Was Du meinst, ist eine laborchemische Analyse, die extrem viele Parameter umfassen kann, von üblich bis zu extrem selten, aufwendig und teuer.
2) Ich wähle die Laborparameter, die ich bestimme, nach der Anamnese aus. Wenn sich aus der ersten Analyse dann etwas ergibt, bestelle ich ggf. andere Parameter nach bzw. nehme noch andere Parameter ab. Ins Blaue hinein irgendetwas zu bestimmen, ist ziemlich sinnfrei, da die Liste der möglichen Laborparameter ungefähr die Dicke der Outlander-Saga hat.
3) Um einen meiner Lieblingsoberärzte zu zitieren: "Wir behandeln den Patienten, nicht das Labor." Die Relevanz eines veränderten Laborwerts ist ohne klinisches Korrelat eher fragwürdig, da die Normwerte einfach auf statistischen Berechnungen auf Basis von bestenfalls vermeintlich repräsentativen Stichproben basieren.

Ein Labor ist eine wertvolle Diagnostik-Methode, die wir bei vielen Patienten einsetzen. Aber es ist meines Erachtens auf keinen Fall die diagnostische Wunderwaffe, die die Ursache aller Probleme sofort aufdeckt. Es ist ja nicht so, dass es für gängige Erkrankungen DEN Marker gäbe. Es ist immer eine Zusammenschau von Klinik, Laborkonstellation und meistens auch noch Bildgebung irgendeiner Art sowie ggf. weitere Diagnostik.

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Prinzfried-Groupie und Elb-Fan!


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 Betreff des Beitrags: Re: Blutbild?!?
Ungelesener BeitragVerfasst: 2. Januar 2021, 16:41 
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Registriert: 15. Mai 2007, 13:01
Beiträge: 1247
Mir sagte mal ein alter Tierarzt, wenn es darum geht den Mineralisierung Zustand des Pferdes zu betrachten, dann macht ein Blutbild keinen Sinn, denn es ist eine Momentaufnahme und kann sich in dem was vorher gefressen wurde binne kürzester Zeit ändern.

Ob es stimmt, keine Ahnung. Da habe ich mich auf sein Wort verlassen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Blutbild?!?
Ungelesener BeitragVerfasst: 4. Januar 2021, 12:51 
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Registriert: 9. Mai 2007, 16:41
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Wohnort: GAP
Wir leben hier in einem extremen Selenmangelgebiet, daher ist es bei uns sehr üblich den Selenwert testen zu lassen wenn ein Pferd keinen guten Eindruck macht, da man das ja nicht auf Verdacht auffüllt. Das erschien mir schon immer sinnvoll.


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 Betreff des Beitrags: Re: Blutbild?!?
Ungelesener BeitragVerfasst: 6. Januar 2021, 13:12 
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Orlando/Kathrin hat geschrieben:
Mir sagte mal ein alter Tierarzt, wenn es darum geht den Mineralisierung Zustand des Pferdes zu betrachten, dann macht ein Blutbild keinen Sinn, denn es ist eine Momentaufnahme und kann sich in dem was vorher gefressen wurde binne kürzester Zeit ändern.

Ob es stimmt, keine Ahnung. Da habe ich mich auf sein Wort verlassen.



Genau...so kenne ich es auch.

Unser Dackel hatte irgendwann einmal ein hervorragendes BB. Eine Woche später...Disaster. Leberwerte schlecht, Nierenwerte schlecht. So ganz genau wussten wir nicht vorher...Vermutung war eine Vergiftung, aber wir wissen auch vorher die damals hätte haben können.

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Gutes Reiten zeigt sich in der Gesamtentwicklung des Pferdes, nicht an seiner isolierten Kopfhaltung.

by Talimeth


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 Betreff des Beitrags: Re: Blutbild?!?
Ungelesener BeitragVerfasst: 6. Januar 2021, 13:57 
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Beiträge: 2672
Wohnort: Frankfurt
Wohl wahr, so etwas in der Richtung ist mal einer Bekannten bei ihr selber passiert. Sie ist vom Pferd gefallen, kam ins KH, hatte diverse Untersuchungen und es wurde u.a. auch ein Blutbild gemacht, das ziemliche schlechte (Leber?)-Werte zeigte, weshalb man dann erstmal eine innere Verletzung befürchtete. Weitere Untersuchungen/Befragungen brachten dann allerdings ans Licht, dass es wohl eher von einen reichhaltigen, fetten Weihnachtsgansessen kam. Denn auch hier war das Blutbild natürlich nur eine Momentaufnahme.

_________________
Ich habe keine Macken, das sind Spezialeffekte.
Ich sehe nur so brav aus, damit die Überraschung größer ist.


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 Betreff des Beitrags: Re: Blutbild?!?
Ungelesener BeitragVerfasst: 6. Januar 2021, 14:22 
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Registriert: 22. Juli 2007, 07:35
Beiträge: 8160
Wohnort: OA
Eine Miteinstellerin hat mit ihrer jährlichen Routinekontrolle für sich eine Lawine losgetreten. Pony fit, aber diverse Werte schlecht. Dazu dann drei TÄ, fünf Meinungen. Am richtigsten lag m.E. Der TA der sagte „machen sie sich nicht verrückt, dem geht’s doch gut, wir schauen in einem halben Jahr nochmal“. Aber sie hat sich da so reingesteigert dass sie an Eimschläfern dachte :roll:
Pony 25 Jahre alt, altersbedingt etwas Arthrose, So,merekzem, aber quietschfidel. Leberwerte „schlecht“ und Erythrozyten erhöht. Diagnosesammlung: verwurmt (Kotprobe negativ), Leberschaden, Darmentzündung, Stress (das kam angeblich bei der Eiweiß-Elektrophorese raus)
Behandlung - keine. Und meines Wissens ist das Pony immer noch quietschfidel


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 Betreff des Beitrags: Re: Blutbild?!?
Ungelesener BeitragVerfasst: 6. Januar 2021, 16:16 
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Beiträge: 11129
Besitzer aber um 1000 € leichter

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Nicht ärgern! Nur wundern.....


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 Betreff des Beitrags: Re: Blutbild?!?
Ungelesener BeitragVerfasst: 6. Januar 2021, 18:01 
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Registriert: 9. Oktober 2014, 21:44
Beiträge: 2071
Ich hab’s bei mir durch: Als Jugendliche haben diverse Fachärzte diverse Teildiagnosen ausgeschlossen. Mit 28 viel dann niedrige Zahl an roten Blutkörperchen auf - wurde auf die Periode geschoben (passte auch zufällig zeitlich...).
Nachdem ich mich dann den folgenden Winter von Virus zu Virus hangelte und die Friseuse fragte wieso ich so extrem Haarausfall hätte habe ich den Hausarzt einmal zu einem ganz ausführlichen Blutbild genötigt.
Diagnose: Am Ferritin kann’s nicht liegen, keins mehr da.

Erklärt Beschwerden die ich seit Jahrzehnten habe und bei denen schlicht nur der normale Eisenwert bestimmt wurde - der ist immer völlig iO.

Also ja: Wenn ich merke es läuft was schief und weiß nicht genau was finde ich ein Blutbild grundsätzlich als Ansatz schon mal sinnvoll.


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 Betreff des Beitrags: Re: Blutbild?!?
Ungelesener BeitragVerfasst: 6. Januar 2021, 19:24 
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Beiträge: 468
Wohnort: Osthessen
Ich denke die Weisheit liegt irgendwo bei "Kommt darauf an"... manche Werte (Fütterung) sind nicht aussagefähig, andere tatsächlich hilfreich ob was fehlt (Selen, Eisen). Das Mineralfutter grammgenau auf den Befund abzustimmen ist meiner Meinung nach wenig sinnvoll.

Um eine Diagnose gezielt abzusichern können Blutbilder sicher wertvoll sein, in gewissem Rahmen auch ein großes Blutbild schonmal ein Ansatz wenn "irgendwas deutlich nicht im Gleichgewicht ist". (Entzündungswerte, Zusammensetzung Blut oder auch konkrete Parameter).

Bei meinem Pferd wird seit er chronische Niereninsuffizient hat nun halbjährlich ein Blutbild gemacht, neben den Nierenwerten aber auch wegen z.B. Hämoglobin, Selen und um halt zu sehen, wie sich die markanten Werte verändern. Wobei die Tierärztin jedes Mal betont ich soll mich von den wirklich gruseligen Werten nicht verunsichern lassen, wesentlich ist dass mein Pferd momentan körperlich echt "gut aussieht" und munter und motiviert ist.


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