Ententeich

Das große Geschnatter geht weiter!
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Ungelesener BeitragVerfasst: 18. Juli 2017, 14:51 
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das bestimmende drüber weg reiten mag bei denen funktionieren - die einfach kein vertrauen zum reiter haben und die dann froh sind ne ansage zu bekommen (nichts anderes ist das ja übersetzt und auch vollkommen richtig - trotzdem muss man hier differenzieren - sonst kann es echt gefährlich werden - einen paniker wirst du so nämlich nicht überzeugen können

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Hinfallen ist keine Schande - nur liegen bleiben!

grundsätzlich gilt: "Jeder blamiert sich selbst, so gut er kann"!


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Ungelesener BeitragVerfasst: 18. Juli 2017, 14:58 
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Winnie hat geschrieben:
Hurra hat geschrieben:
hier ist sicherlich schon als FOhlen/Aufzuchtpferd was schiefgelaufen.


Das haben auch schon einige gemeint. Kann ich mir auch gut vorstellen, ich weiß es aber nicht. Wobei: 5jährig fast nicht angefasst, das sagt ja doch einiges....

Sie ist über weite Strecken toll, ich habe wahnsinnig schöne Momente mit ihr und sie überrascht mich auch oft positiv.
Aber dieses Kleben, Glotzen, panisch werden mit total dicht machen, und das bei den kleinsten Kleinigkeiten bzw. Dingen, die niemand außer ihr wahrnimmt. Das bringt mich immer mehr an meine Grenzen. Ich dachte halt anfangs auch das wird besser, je öfter sie rausgeht, je mehr sie kennenlernt, da wird sie schon sicherer. Früher ist sie bei jedem Auto oder Radfahrer drei Meter weggesprungen, kannte sie halt einfach nicht. Sowas geht natürlich jetzt alles entspannt.

Gestern war wieder so ein Highlight, wollte mit ihr über den Hofplatz zu Hause reiten und sie sagt "nee, hier gehe ich nicht weiter". Sie hat so ein Spektakel gemacht, das irgendwann der Pfleger rauskam und fragte, ob alles ok ist..... Meine Nerven lagen eh nach dem Theater vom WE noch blank, so dass ich nach der minutenlangen Diskussion den Rest des Abends geheult und mehr als einmal gesagt habe "ich habe die Schnauze voll, ich will einfach mal entspannt reiten ohne Theater, die Stute geht, und zwar sofort" :cry:

Und dann manchmal dazu die schlauen Kommentare von anderen, die können mich dann auch auf die Palme bringen. Immer gern die Hinweis, das Pferd müsste mal Schrecktraining / Gelassenheitstraining machen. Alles schon gemacht und auch immer wieder. Da ist sie beim ersten Mal 5min aufgeregt, guckt sich das an und dann interessieren sie Plane, Flatterband & Co nicht mehr. Sie schläft dabei fast und schnarcht endgechillt durch den Parcours. So "offensichtlich" gruselige Dinge sind da eher weniger das Problem.

Ich glaube, wir sind da mittlerweile auch festgefahren :roll: Ich überlege, ob ich meinen RL nicht mal 4 Wochen allein reiten lasse und mich nur mit spazieren gehen, Bodenarbeit, Longe und rumtüddeln mit ihr beschäftige. So komme ich mal wieder runter, vielleicht brauchen wir einfach mal Reitpause voneinander. Ansonsten sehe ich da aktuell die Gefahr, dass es komplett eskaliert.



Mein Pferd war auch so, exakt so, dieses Stehenbleiben, rückwärtsrennen, umdrehen. Ich kam auch teilweise nicht mehr vom Hof runter. Und nachdem wir dann mal in Graben gelandet sind, hat er mir doch etwas den Schneid abgekauft. Und er hat es auch immer so hinbekommen, sich in Zäune und an Wände zu quetschen, so dass man wenig machen konnte. Da ich hauptsächlich Dressur reite, fand ich das zwar nicht so dramatisch, aber auch nicht ok.
Und dann kam der Tag, an dem ich mit einem Teichmitglied hier ausritt und mein Drecksvieh mehrfach rückwärts rannte und das dann darin gipfelte, dass er das andere Pferd fast in ein Auto geschoben hätte. Passiert ist nichts, aber das hätte auch anders ausgehen können. Jedenfalls ist bei mir dann eine Sicherung durchgeglüht und ich dachte, eher stirbst Du jetzt, bevor dieses Miststück von Gaul auch nur noch einen Meter rückwärts geht.
Ich habe ihn dann auf freies Feld manövriert, wo er wegen mir auch 2km rückwärts rennen kann. Ich war fest entschlossen, dass ich den letzten Schlag habe und den Kampf gewinne. Selbstverständlich musste ich nicht lange warten, bis der wieder einen geknickten Grashalm gesehen hat und dann habe ich mit allem gefeuert was ich hatte, Sporen, Gerte, Schenkel, Brüllen - der konnte sich mit Sicherheit wieder erinnern, was er morgens gefressen hatte, ich hatte echt die Hasskappe auf. Jedenfalls war das Thema von diesem Moment an erledigt, aber das hat auch richtig gescheppert. Das dürfte jetzt etwa 4 Jahre her sein. Vor einigen Wochen hat er dann nochmal draussen nachgefragt und war schon rückwärts auf dem Weg in die Amstel. Gab's halt nochmal Feuer. Aber er hat sich erinnert und war dann sofort wieder brav.

1. Ich finde, sowas ist grober Ungehorsam und geht gar nicht.
2. Dein Pferd hat kapiert, dass es bei Dir damit durchkommt.
3. Ich finde es egal, warum das Pferd das macht, stehenbleiben, Angst haben und dann weitergehen ist völlig ok, aber sowas geht gar nicht. Das kann wirklich gefährlich werden. Das Pferd hat zu akzeptieren, wenn ich sage "vorwärts" bedeutet das vorwärts und sonst gar nichts.
Aber hier ist eben auch das Problem bzw. lese ich das aus dem was Du schreibst. Wenn man in so einen Kampf geht, musst Du Dir sicher sein, dass Du den auch gewinnst, sonst kannst Du es gleich lassen. Ich bin nicht sicher, ob Du das kannst.

Wenn Du einen guten RL hast, vielleicht kann der mal mitgehen und Dir genau Anweisung geben, was in der Situation zu tun ist. Mir hat das früher extrem viel Sicherheit gegeben, wenn mein Pferd arschig war und mein RL dann gesagt hat, was zu tun ist.
Pferde merken leider in Sekundenschnelle alle Arten von Unsicherheit oder Zögern und je nach Exemplar kann das extrem unangenehm werden. Pfede merken aber auch "wenn es reicht", dann packt man als Reiter nämlich ganz anders hin. Ich hab sowas seit 10 Jahren und bitte glaub mir, ab und zu muß auch heute noch geklärt werden, wer der Chef ist. Aber alle paar Jahre mal eine Ansage finde ich akzeptabel.

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Ungelesener BeitragVerfasst: 18. Juli 2017, 15:06 
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allrounder hat geschrieben:
Das mag vielleicht bei diesen beiden Pferden geklappt haben. Generell halte ich das aber aus jeglicher Erziehungssicht für grundsätzlich falsch. Ich habe es schon sehr oft erlebt, dass insbesondere unsichere (und leider oft auch schlechte/schwache) Reiter ihren Pferde "gut zureden". Und damit senden sie genau die falschen Signale an ihre Pferde, nämlich: Oh, Du bist unsicher, wie schön, dass Du unsicher bist, und da nicht vorbei gehen magst, das ist richtig so von Dir. Bei einer solchen Reiterin konnte man jüngst erst zusehen, wie der Weg vom Stall zur Halle jedes Mal länger dauerte, weil das Pferd immer mehr "Gruselecken" identifiziert hat. Jedes Mal kippte die Reiterin nach vorne, klopfte und tätschelte das Pferd und säuselte es beruhigend voll. Irgendwann fing es dann sogar an rückwärts zu rennen. Der ist nicht mal hinter anderen Pferden mehr her gelaufen.

Einem Pferd, das dem Reiter vertraut, braucht man keinen Mut zuzureden. Das wird in angsteinflößenden Momenten froh sein, dass es einen Reiter hat, dem es vertrauen kann, und wird ihm folgen. Das kann bei manchen Pferde tatsächlich dann vom Boden aus einfacher sein, weil sie wortwörtlich hinterher laufen (also folgen) können. Aber von dem beruhigen, wie viele Reiter das machen, halte ich nichts. Selber schimpf ich mit so Kandidaten, wenn ich sie neu untern Sattel kriege, weil die Besitzer sie für sooo ängstlich halten, eher mal. Passend zur vortreibenden Hilfe, kommt ein energisches: Hopp jetzt, stell Dich nicht an. Wenn sie dann am Gruseleck vorbei sind und wieder atmen, dann lobe ich sie. Hatte noch keinen dabei, der das ängstliche Getue nicht doch noch abgelegt hat. Aber bei manchen dauert es lang, und viele fallen auch gerne in ihre alten Verhaltensmuster zurück.


Also sicher, es kommt auf die Art und Weise an. Ich kenne auch viele unsichere Reiter, die ihr Pferd totlabbern, aber ich glaube, dass man die Pferde schon ganz gut beeinflussen kann. Natürlich sollte man sich im Griff haben. Ich bin eine ziemlich entspannte Reiterin und dementsprechend wirke ich nicht nur mit ruhiger Stimme, sondern auch (Grund-) Haltung ein. Hätte ich mich selbst nicht im Griff oder Schiss, dann würde ich wohl den Mund halten :alol: .
Und natürlich kommt es auch aufs Timing an. Ich versuche schon vor einer negativen Situation dem Pferd Selbstvertrauen zu geben. Wenn der erstmal festfriert oder schon glotz (oder was weiß ich), dann halte ich das nette zureden auch für überflüssig. Bei jedem Pferd würde ich das auch nicht machen. Die junge Tragik-Stute hat auch eher mal einen Anraunzet bekommen, weil die einfach Grundzickig sein konnte. Anstellerei und Angst sind ja aber auch noch mal zwei verschiedene Paar Schuhe. Letztendlich ist es auch sicher wieder entscheidend was für einen Typ Pferd man hat und wie das Grundvertrauen in seine Reiter ist. Viele Wege führen nach Rom :wink: !


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Ungelesener BeitragVerfasst: 18. Juli 2017, 15:53 
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Danke Fabelhaft.

Ich hatte auch schon Situationen, wo mir so der Kragen geplatzt ist, dass ich sie mit viel Gerte, Sporen und Gebrüll dann weiterquetschen konnte und danach auch erstmal gut war. Schön ist das sicher nicht anzusehen, war mir in dem Moment aber wurscht.
Ob das der Weg ist, weiß ich nicht. Da scheiden sich die Geister (wie so oft). Einige sagen klar, die muss einfach mal den Frack vollhaben. Andere sagen, davon bekommt sie erst recht kein Vertrauen und blockiert von Mal zu Mal mehr :keineahnung:

Wenn es hart auf hart kommt, kann man auf ihr glaube ich Gerten zerschlagen oder ihr das Maul blutig reißen (wenn sie pullt). Sie macht komplett dicht.

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Ungelesener BeitragVerfasst: 18. Juli 2017, 16:18 
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Ich glaube, Pferde interpretieren Vertrauen ganz anders als wir, die meinen was anderes. Ich bin vom Grundtyp eher gar nicht der Wattebällchenwerfer und ich hatte in inzwischen fast 30 Jahren Reiterei erst diesen einzigen Fall, wo ich solche elementaren Probleme hatte, bis dahin haben alle Pferde astrein funktioniert. Und ich denke, ich hatte die Probleme, weil ich gezögert habe und weil mein Pferd extrem intolerant ist. Hätte ich das gleich in den Anfängen erstickt, dem eine hingetreten, wäre das mit Sicherheit niemals so ausgeartet. Dein Pferd fragt halt wieder und wieder nach und er bekommt nicht jedesmal die gleiche Antwort.

Ich bin fest davon überzeugt, dass sich Vertrauen durch konsequentes und für das Pferd nachvollziehbares Verhalten in alle Richtungen bildet. Wenn die Mist bauen und das auch wissen und dafür eins auf die Zwölf kriegen, kenne ich kein Pferd, das damit ein Problem hat. Ok, manche brauchen es halt mal etwas deutlicher :wink: . Wenn sie für richtiges Verhalten gelobt werden, ist das genauso richtig und wichtig. Aber wenn Deiner mal den Kittel vollkriegt und dann wieder nicht, kann er das ja gar nicht einordnen. Das meine ich ja, grobes Ungehorsam muß sofort und konsequent bestraft werden. Wenn man das nicht einreissen lässt, ist das meist gar keine große Sache und wird auch nicht hässlich anzuschauen. Aber das ist wie mit schlechten Neuigkeiten, die werden nicht besser, je älter sie werden.

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Ungelesener BeitragVerfasst: 18. Juli 2017, 16:46 
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leider klappte das Verhauen bei meinem Pferd nicht. Der ist rückwärts unter die Büsche (Knick), da konnstest Du dich nicht mal mehr hinsetzen. Dazu rückwärts auf einen Stacheldrahtzaun zu oder in einen Holzzaun mit Auskeilen. Alles nicht wirklich toll, wenn man weiß, daß das Pferd sich dabei erheblich verletzen kann.

Und ich habe ihm oft genug den Frack verhauen, letztlich ohne nennenswerten Erfolg. Und weil er weiß, daß er ggf. ein A... voll bezieht, läßt er sich noch nicht mal mehr abwenden.

In fremden Gelände war er noch nicht alleine, aber er läuft dort alleine vorne weg und zögert nicht. :keineahnung:

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Ungelesener BeitragVerfasst: 18. Juli 2017, 22:47 
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ich kenn das von meinem alten auch...
der klebt unheimlich an anderen pferden und hat auch aus dem nichts den ein oder anderen versuch gestartet stiften zu gehen, dabei war es immer egal wohin...

das wurde erst im laufe der jahre besser. ich habe irgendwann gelernt schon sekunden vor der explosion zu erkennen, dass gleich was kommt. er hat es nämlich immer angekündigt, nur hab ich es am anfang nicht erkannt, wenn er sich angespannt hat und weg war.

mein weg war eine mischung aus, konsequentes weiterreiten (absteigen war eher schlecht bei uns), loben und arbeit, arbeit, arbeit.
ich hatte ne zeit, da bin ich nicht am langen zügel und schluppi schlurfent vom hof, sondern habe ihn von anfang an mit lektionen beschäftigt, so dass er nicht mitbekommen hat was abging. da war dann ausreiten auch arbeit und nicht nur "wir streifen durch die wildnis".
hat zumindest bei uns geholfen.

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"Die Zeit heilt nicht alle Wunden. Sie lehrt uns nur mit dem Unbegreiflichen zu leben"
*21.9.77-23.01.2012


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Ungelesener BeitragVerfasst: 19. Juli 2017, 07:11 
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Mein altes Pony konnte auch gut steigen aus dem nichts, umdrehen und weg... Beim Welsh ist das aber was anderes als beim Warmblut, der ist kompakter, händelbarer. Den hab ich auch ein paar mal was auf den Frack gehauen und ihm klar gemacht, dass das so nicht geht (war ja meistens mit einer Kindergruppe hinter mir unterwegs). Da wusste ich aber, dass ich den Kampf gewinne und oben bleibe, weil ich dem grundsätzlich vertraut habe. Ich glaube bei den jungen Holsteinern hätte ich mich das nicht getraut. Da hatte ich ein Glück keine Pflegefälle, sondern grundsätzlich nette... die man mit konsequent weiterreiten oder Ab- und wieder Aufsteigen überall vorbei manövriert bekam.

Von dem Gesäusel halte ich gar nichts. Das verunsichert die Pferde meist noch mehr. Lieber ein strenges "komm", damit klar ist, man ist der Chef lässt den Esel nicht mit seinen Entscheidungen allein.

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- Love it, change it or leave it -


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Ungelesener BeitragVerfasst: 19. Juli 2017, 08:01 
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Ich bin auch davon überzeugt, dass eine echte Ansage funktioniert, aber das muss man sich halt auch trauen.
Außerdem funktioniert es bei Wallachen besser als bei Stuten. Bei Stuten besteht nach meiner Erfahrung die größere Gefahr, dass die völlig ausrasten und gar nicht mehr ansprechbar sind - während Wallache eher bereit sind zu sagen "ja ok Du meinst das ernst"

Aber man muss sich das halt trauen! Das schlimmste was man m.E. machen kann ist so einen halben Kampf kämpfen und abbrechen wenn es so halbwegs irgendwie wieder geht, man aber eigentlich nicht gewonnen hat. Daher bin ich der Meinung, dass man den Kampf lieber vermeidet, bevor man so ein bisschen haut. Und um den Kampf vermeiden zu können, muss man eben auch den Widerstand vermeiden, daher kam mein Vorschlag mit absteigen und führen.


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Ungelesener BeitragVerfasst: 19. Juli 2017, 10:40 
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Ich schließe mich Fabelhaft an. Ich hab meine ja 4 jährig im Gelände angeritten und Zögern auch zu lange toleriert. Anfangs war sie auch der Typ: stehen, schauen, weitergehen. Dann ging es nicht gleich auf den Schenkeldruck weiter. Iwann auch mal auf den zweiten nicht. Dann kam mal ein Schritt rückwärts.

Das ging schleichend, über Monate. Hab ich selbst verbockt. Sie hat das rückwärts entdeckt, dann das lupfen. Dann waren es nicht mehr nur eingebildete Gespenster sondern Diskussionen über die Wegwahl. Ich hab immer gewonnen, trotzdem hat sie immer wieder gefragt. Bis wir bei so ner Aktion mal Gefahr liefen sieben Meter Abhang runter in den Rhein zu fallen.
Ich kann dir verraten: mir ist in meinem ganzen Leben noch niemals so der Kragen geplatzt. Ich dachte wirklich, dass ich die blöde Kuh zum Schlachter fahre, sobald wir zurück auf dem Hof sind. Die hat die absolute Tracht Prügel ihres Lebens bezogen und es war mir scheiß egal was die sonntäglichen Spaziergänger dachten.

Sie hat es n!i!e! mehr wieder auch nur im Ansatz probiert.

Zu deiner Stute: sind die Augen in Ordnung?
Zum pullen: Schlaufzügel drauf, wenn du mit 4 Zügeln reiten kannst (aber wirklich nur dann!). Durchgänger sind brandgefährlich und unter allen Umständen zu stoppen. Und wenn sie sich dabei auf den Arsch setzen. Stell dir vor da kommen iwann mal Fußgänger in die Quere. Zu rückwärts/steigen: siehe oben. Aber aufpassen: auf gar keinen Fall darfst du in dem Moment mit dem Schlaufer dran sein.

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Ungelesener BeitragVerfasst: 19. Juli 2017, 10:55 
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Ich persönlich halte ja nichts davon abzusteigen, weil ich damit ja die ursprüngliche Situation schlecht löse, aber wie schon vor mir jemand schrieb, da hat jeder unterschiedliche Meinungen.

Meine Dame war ja letztes Jahr lange krank und durfte nur Asphalt gehen, nach einem Stallwechsel fing sie plötzlich an, an einer Weggabelung den anderen Weg nehmen zu wollen. Auf Aufforderung kam dann auch diese blöde Rückwärts dazu. Dummerweise auch gerne Richtung Hang/Bach/Zaun. Eine Gerte hatte ich leider nicht dabei und da sie zu dem Zeitpunkt schon gut 6 Monate "stand" bzw. nur etwas Schritt, wenig Trab auf Asphalt lief, wusste ich auch nicht, ob sie nicht gleich ausrastet. Also stehen gelassen und gewartet, irgendwann war ihr das natürlich zu doof und sie wollte weiter. Dann musste sie noch warten und durfte dann erst. Man kommt sich zwar doof vor, wenn man so im Wald rumsteht, aber den längeren Atem hatte ich :mrgreen: Beim nächsten Mal eine Gerte mit und sobald ich halbwegs vom Hang weg war gab es auch Feuer (soviel wie bei Fabelhaft brauchte meine gar nicht) und siehe da, es ging. Es wurde nachher noch zwei/dreimal angefragt, da reicht einmal kurz anticken und Beine zu und es ging. Seitdem hat sie das nicht mehr gemacht.

Wenn sie heute vor etwas Bedenken hat, darf sie schauen und auch kurz stehen, aber rückwärts ist keine Option, da wird sie sofort angetickt und energisch vorgeschickt. Einige sanfte Reiter vom Stall finden das mit Sicherheit zu krass, aber sie läuft dadurch problemlos an allem vorbei und ist super händelbar. Zumal es wirklich wenig ist, was sie merkwürdig findet.


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Ungelesener BeitragVerfasst: 19. Juli 2017, 11:27 
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Diva hat geschrieben:
Bei Stuten besteht nach meiner Erfahrung die größere Gefahr, dass die völlig ausrasten und gar nicht mehr ansprechbar sind - während Wallache eher bereit sind zu sagen "ja ok Du meinst das ernst"

Das kenne ich ja leider auch, nicht mehr ansprechbar und man dringt nicht mehr durch.....


La Traviata hat geschrieben:
Ich dachte wirklich, dass ich die blöde Kuh zum Schlachter fahre, sobald wir zurück auf dem Hof sind. Die hat die absolute Tracht Prügel ihres Lebens bezogen und es war mir scheiß egal was die sonntäglichen Spaziergänger dachten.

Den Gedanken hatte ich auch mehr als einmal in meiner Wut. Und ich habe sie auch mehr als einmal so verlascht, dass andere einschreiten wollten :aoops: Das hat aber leider noch nie lange vorgehalten....


La Traviata hat geschrieben:
Zu deiner Stute: sind die Augen in Ordnung?
Zum pullen: Schlaufzügel drauf, wenn du mit 4 Zügeln reiten kannst (aber wirklich nur dann!). Durchgänger sind brandgefährlich und unter allen Umständen zu stoppen. Und wenn sie sich dabei auf den Arsch setzen. Stell dir vor da kommen iwann mal Fußgänger in die Quere. Zu rückwärts/steigen: siehe oben. Aber aufpassen: auf gar keinen Fall darfst du in dem Moment mit dem Schlaufer dran sein.

Augen, gute Frage. Darauf ist noch niemand gekommen, weil sie sonst komplett unauffällig ist und ja z.B. auch alles anstandslos springt. Wäre ja aber nochmal eine Überlegung.
Schlaufen oder schärferes Gebiss, damit man im Fall der Fälle mal einmal richtig knackig und nachdrücklich durchkommen kann, hatte der ein oder andere in meinem Umfeld auch schon angeregt. Wobei ich wohl eher zum anderen Gebiss tendieren würde als zu Schlaufzügeln....


Mit dem einfrieren, stocken, rückwärts usw. ist sie in letzter Konsequenz nie durchgekommen. Wir sind immer irgendwann an der Stelle vorbei, auch wenn es das ein oder andere Mal echt gedauert hat und fiese Diskussionen gab. Aufgeben und umdrehen / einen anderen Weg nehmen gab es nie, das wurde jedes Mal ausdiskutiert und wir haben den Weg da fortgesetzt, wo ich lang wollte. Früher bin ich auch nie abgestiegen.
Trotzdem immer wieder diese Diskussionen, und gefühlt immer mehr und gehäuft. Da kann mich mein Gefühl aber auch täuschen, weil ich einfach immer genervter von den Aktionen bin. Das sind dann natürlich irgendwann auch Scheiß Voraussetzungen, wenn ich da schon innerlich auf Zinne drauf steige und insgeheim angenervt denke "na mal gucken, was sie sich heute wieder einfallen lässt und wo". :roll: Ein Kreislauf.
Gestern hatte ich stallfrei und bin trotzdem innerlich heute immer noch auf 180 wegen des Theaters am WE und Montagabend.

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Ungelesener BeitragVerfasst: 19. Juli 2017, 11:59 
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Schlaufzügel im Gelände würde ich auch nicht empfehlen. Eine Stute vom Bereiter hat das mit ihrem Leben bezahlt! Die war gestolpert und wegen der Schlaufis konnte sie mit dem Kopf nicht ausweichen - Genickbruch.

Versuchsweise kann man mit Pelham oder Springkandare reiten.

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Ungelesener BeitragVerfasst: 19. Juli 2017, 12:15 
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Das Gebiss nutzt dir aber nichts, wenn der Hals Beton wird und die sich das Ding zwischen die Zähne klemmt. Ich bin absolut kein Befürworter von Schlaufen, aber geübte Durchgänger sind so ziemlich der einzige Fall, der mir spontan einfällt, wo ich die Dinger ohne fackeln reinschnall. Aber nur und wirklich nur in fachkundige 4 Zügel Hände.

Wenn das Pferd nur stolpert und sich wegen dem Schlaufer das Genick bricht, stimmte die Handhabung nicht. Wäre mir aber, offen gestanden, bei nem Durchgänger auch noch wurscht.
Wenn ich mich auf so einen drauf setze, riskiere ich sowieso Leib und Leben. Meins, das des Pferdes und das unbeteiligter Dritter. Von daher wäre das für mich das Mittel der Wahl. Oder nicht mehr raus.

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Ungelesener BeitragVerfasst: 19. Juli 2017, 12:25 
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wie gesagt - ich würde erst einmal versuchen zu klären, um welche Art von Problempferd es sich hier handelt, aber das habe ich ja schon geschrieben.

Zu den Zäumungsmöglichkeiten; Ich würde eventuell über eine Hakemore-Kombination nachdenken. Also die normale Trense mit Gebiss und zusätzlich ein Hakemore drauf. Sieht man im Springsport öfters. Das hat den Vorteil, dass man erst einmal ganz normal mit dem gewohnten Gebiss reitet und wenn das Tier sich vorne festbeißt, das Hakemore einsetzen kann.

Selbstverständlich hat man dann auch 4 Zügel und sollte damit umgehen können.

Snoeffi

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