Ententeich

Das große Geschnatter geht weiter!
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 Betreff des Beitrags: Re: Scheuen
Ungelesener BeitragVerfasst: 22. Oktober 2018, 11:26 
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Diva hat geschrieben:
@Tasha
Es sind 2 völlig unterschiedliche Dinge ob ich gehorsam fordere und durchsetze oder ob ich ein Pferd dafür strafe dass es Angst hat. Daher werde ich das Wort "Strafe" da auch in Anführungszeichen nicht unkommentiert stehen lassen.
Natürlich tätschle ich einem Pferd auch nicht bestätigend den Hals und reite in die andere Richtung weiter wenn es irgendwo nicht hin oder vorbei will, aber ich bin trotzdem überzeugt davon, dass kein Pferd der Welt klug genug ist, sich Strategien zu überlegen was es veranstalten kann um sich nicht anstrengen zu müssen außer sich einfach nicht anzustrengen und es nicht zu tun.


und ich behaupte genauso, dass es solche Pferde gibt. Bestes Beispiel ist da mein Schimmel.
Wenn die keine Lust hat zu Arbeiten, dann lässt die sich Blödsinn einfallen. zB. Am Turnier am Abreiteplatz vor anderen Pferden scheuen.
Komisch nur, dass sie das gar nicht probiert, wenn sie Schlaufer drin hat (die hängen komplett durch, da muss ich aufpassen, dass sie nicht reintritt.)
Dann interessiert sie das nämlich gar nicht. :-?


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 Betreff des Beitrags: Re: Scheuen
Ungelesener BeitragVerfasst: 22. Oktober 2018, 12:27 
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pinablubb hat geschrieben:
Komisch nur, dass sie das gar nicht probiert, wenn sie Schlaufer drin hat (die hängen komplett durch, da muss ich aufpassen, dass sie nicht reintritt.)
Dann interessiert sie das nämlich gar nicht. :-?

Warum läuft ein verfressenes aber halbwegs gut erzogenes Pferd am durchhängenden Zügel über eine Wiese ohne zu fressen? Weil es weiß das die Zügel nicht mehr durchhängen wertden, wenn es die Nase ins Gras steckt :keineahnung:


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 Betreff des Beitrags: Re: Scheuen
Ungelesener BeitragVerfasst: 22. Oktober 2018, 13:27 
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Diva hat geschrieben:
Natürlich tätschle ich einem Pferd auch nicht bestätigend den Hals und reite in die andere Richtung weiter wenn es irgendwo nicht hin oder vorbei will

Du nicht, aber das ist etwas, was man tatsächlich sehr häufig sieht.

Diva hat geschrieben:
aber ich bin trotzdem überzeugt davon, dass kein Pferd der Welt klug genug ist, sich Strategien zu überlegen was es veranstalten kann um sich nicht anstrengen zu müssen

Muss es ja gar nicht. Es hat ja eben (siehe oben) durch Verstärkung (gleich zweifach: loben plus den Ort des Schreckens meiden) GELERNT, dass es gewünscht ist, sich zu entziehen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Scheuen
Ungelesener BeitragVerfasst: 22. Oktober 2018, 14:27 
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Ich sehe das wie Islands und unterscheide auch, ob das Pferd jung/unerfahren in bestimmten Situationen ist oder es grundsätzlich kennt. Ich hatte noch nie ein sehr glotziges Pferd, ich habe für sowas auch keine Geduld, das gebe ich offen zu, solche Pferd gehen mir auf die Nerven.

Meiner guckt natürlich auch schonmal, allerdings eher im Gelände. Wenn er was schafft, hat der quasi Scheuklappen drauf.

Grundsätzlich hat er denke ich gerlernt, dass er zum einen mir vertrauen kann, dass er nicht gefressen wird, wenn ich befehle, dort jetzt weiterzugehen und aber auch soviel Respekt hat, dass er, auch wenn er eigentlich gar nicht will, besser vorwärts geht, wenn ich die Beine mal zuknalle. Sonst gibt es ernsthaft Ärger. Aus meiner Sicht ist das schon aus Sicherheitsgründen unverzichtbar. Bei uns gibt es stark befahrene Strassen, Bahnübergänge und einiges mehr. Da müssen die Pferde einfach funktionieren, das ist zu gefährlich für Diskussionen.

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 Betreff des Beitrags: Re: Scheuen
Ungelesener BeitragVerfasst: 22. Oktober 2018, 15:23 
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Fabelhaft hat geschrieben:
Da müssen die Pferde einfach funktionieren, das ist zu gefährlich für Diskussionen.


Da hatten wir gestern tatsächlich das Paradebeispiel. Ich ritt extra links, um ihn etwas abzuschirmen gegen den Gegenverkehr, da Dein Pferd bei unserem berühmten Bahnübergang in letzter Zeit echt gerne mal glotzt. Prompt tat er das wieder, seine Reiterin knallte tatsächlich die Schenkel zu und er schoss vor, wieder neben mich. Alles gut, Problem gelöst. Und das Pferd auch sofort wieder ruhig im Schritt, überhaupt nicht aufgeregt.

Eine längere Diskussion wäre da wirklich möglicherweise gefährlich geworden - die Autofahrer hinter uns waren schon so ungeduldig genug und einer mir ohne Not vorher schon fast in die Hinterbeine gefahren... :roll: ....nur, um eine Millisekunde eher in der Warteschlange vor der geschlossenen Schranke zu stehen. Echt, rücksichtslos und dazu hell wie ein Eimer Licht, aber so sind sie halt oft.

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 Betreff des Beitrags: Re: Scheuen
Ungelesener BeitragVerfasst: 22. Oktober 2018, 15:35 
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Ich finde da werden zwei Sachen vermischt. Das eine ist Gehorsam, das andere ist scheuen. Natürlich erwarte ich gerade im Gelände dass ein Pferd überall vorbeigeht. Wenn es das nicht tut, reite ich es nicht. Wobei ich jetzt kein Problem damit habe, wenn ich bei echt gruseligen Sachen mal absteigen und führen muss, so lange es eben ein Pferd ist, dass dabei freundlich und handlich bleibt.

Das andere ist scheuen. Wenn ein Pferd vor etwas zur Seite springt, dann empfinde ich das nicht als Ungehorsam sondern als eine normale Reaktion bei einem Fluchttier. Auch hier wieder: Wenn ein Pferd nicht nur einen Satz zur Seite macht sondern dazu neigt bockend durch die Halle zu schießen, dann darf das wer anders reiten, ich tue es nicht. Wenn ein Pferd dauerhaft vor bestimmten Situationen oder Orten Angst hat, dann ist man daran (vermutlich unbewusst) vermutlich selbst schuld, da man es vermutlich in seiner Angst bestärkt hat. Da geht es ja nicht mehr darum, dass man eine Reaktion bekommt wenn man das Bein zumacht, sondern darum, dass es gar keine Angst mehr hat, damit die Konzentration und die Losgelassenheit nicht gestört werden und dazu sollte man meines Erachtens so wenig Gewese wie möglich um die Situation machen und dem Pferd die Sicherheit geben, dass der Pilot erstens keine Angst hat und zweitens die Sache im Griff hat.


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 Betreff des Beitrags: Re: Scheuen
Ungelesener BeitragVerfasst: 22. Oktober 2018, 15:47 
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Zitat:
da Dein Pferd bei unserem berühmten Bahnübergang in letzter Zeit echt gerne mal glotzt.
Der soll zusehen, dass er da brav drübermarschiert, der kann glotzen und wie auf Eiern laufen, aber es wird weder gestoppt noch zur Seite gesprungen, sonst gibts den Frack voll. Da sind zu viele bekloppte Autofahrer unterwegs und es ist brutal eng, ein falscher Schritt und der kollidiert mit einem Auto.

Der Gegenverkehr oder Verkehr generell ist ihm eigentlich egal, sich ändernde Bodenbeläge sind eher sein Problem. Zebrastreifen gab es viele in Holland, der Gaul konnte auf einmal passagieren, unfassbar :mrgreen: . Solange er nach vorne geht, soll er von mir aus die Gräten bis zum Bauch ziehen.

Längere Diskussionen sind bei dem Pferd aber sowieso nicht zielführend, weil er dann hysterisch wird und sich reinsteigert. Einmal kurz und knackig hinlangen und dann ist es meist gleich wieder gut, der hat genug Kultur gelernt um zu wissen, was Sache ist.

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 Betreff des Beitrags: Re: Scheuen
Ungelesener BeitragVerfasst: 23. Oktober 2018, 05:22 
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schnucki hat geschrieben:
pinablubb hat geschrieben:
Komisch nur, dass sie das gar nicht probiert, wenn sie Schlaufer drin hat (die hängen komplett durch, da muss ich aufpassen, dass sie nicht reintritt.)
Dann interessiert sie das nämlich gar nicht. :-?

Warum läuft ein verfressenes aber halbwegs gut erzogenes Pferd am durchhängenden Zügel über eine Wiese ohne zu fressen? Weil es weiß das die Zügel nicht mehr durchhängen wertden, wenn es die Nase ins Gras steckt :keineahnung:


Wenn es allerdings tatsächlich nackte Panik hätte bzw. der Flüchtlinstinkt einsetzt, wäre es eben nicht mehr in der Lage diese Konsequenz zu bedenken oder sie wäre ihm zumindest in dem Moment, in dem es den gruselgeist sieht, egal. :mrgreen:

Und Diva, glotzen ist nicht gleich erschrecken. ich hab ja auch so ein glotzpferd. Leider nicht elektrisch vom Gemüt sondern eher Marke couchpotatoe. Nur Horrorfilme guckt die nicht gerne, da fürchtet sie sich. :-?

Und das ist eben kein flüchten bzw. Erschrecken was sie macht, sondern sie sieht irgendwas - oft für den Mensch imaginäres- und fixiert das dann schon von 100 m Entfernung an. Beim reiten auf Platz oder in der Halle oft quasi dauerhaft aus dem Augenwinkel. Sobald man sich nähert spannt sie sich zusammen und möchte nicht hin. Letzteres bekommt man durch genug Arbeitsaufgaben meist gut geregelt, dass sie dran vorbei geht, aber losgelassen ist da nichts. In Ruhe zeigen macht es meist sogar noch schlimmer, danach hat sie das Monster ja in seiner vollen Pracht wahrgenommen. :angellie: die bockt nicht, die scheut nicht, die rennt nicht weg, aber sie entzieht sich damit eben anstrengender Arbeit. Die Ecken werden meist nämlich erst richtig gefährlich wenn man die Zügel aufnimmt und was anderes von ihr will als locker in der Bahn rumdümpeln. Ist immer phasenweise wurde noch nie nennenswert besser oder schlechter.

Das schlimme ist: die steigert sich da so rein, dass sie es selber glaubt. Du siehst die Augen wie in nem schlechten Film links und rechts ausm Kopf kommen :ashock: im zweifelsfall bringt ne kurze Ansage aber grade im Gelände am ehesten was. Dann hab ich die aufmerksamkeit nämlich kurz wieder bei mir und das Pferd erinnert sich dran, dass man ja eigentlich gehorsam gelernt hat.

Aber lange Rede kurzer Sinn: wenn die wirklich Panik hat, im Sinne von der Instinkt setzt ein, oder erschreckt, verhält sie sich anders. Das was sie mit dem glotzen tut ist eher wie der depp der den Horrorfilm anmacht und sich dann die Augen zu hält und jammert das gleich der Killer um die Ecke kommt :evil: :alol:


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 Betreff des Beitrags: Re: Scheuen
Ungelesener BeitragVerfasst: 23. Oktober 2018, 08:19 
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Kann es sein, dass hier glotzen und scheuen in einen Topf geworfen wird?
Scheuen ist ja in der Regel ein einmaliges Erschrecken und zur Seite springe (worst case scenario auf dem Absatz kehrt machen). Die berühmten Reithallentüren sind ja normalerweise gerne ein Glotzproblem.

Von Glotzern kann ich ein Lied singen. Und da hilft meiner Erfahrung nach nur arbeiten und Konzentration einfordern. Mit der Konzentration kommen dann auch erst innere, dann äußere Gelassenheit. Auf Turnier bei schlimmen Glotzern halt leider nicht immer abrufbar.

Scheuen passiert ja eher, wenn die böse Tür plötzlich aufgerissen und zugeworfen wird. Aber per se an einer harmlosen Tür nicht vorbei gehen, gehört für mich unter Frechheit und Arbeitsverweigerung, was nicht gedulded wird.


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 Betreff des Beitrags: Re: Scheuen
Ungelesener BeitragVerfasst: 23. Oktober 2018, 10:21 
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Wobei es durchaus auch Pferde gibt, die sich situativ die Gründe zum scheuen suchen. Gerne im Winter wenns knackig kalt wird und an den ersten warmen Tagen im Frühjahr. Die Frau Fuchs konnte das ganz wunderbar. Die ersten Male auf dem großen Springplatz im Frühling war an arbeiten nicht zu denken :-?

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Heimat ist, wo ich sterben will...


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 Betreff des Beitrags: Re: Scheuen
Ungelesener BeitragVerfasst: 23. Oktober 2018, 13:43 
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ich muss die ganze Zeit an diese Cartoons denken. The Art of Spooking oder (In)Famous Spooking Styles
Mein Favorit: Strike a Pose and Snort Like You Mean It
https://www.google.de/search?q=strike+a ... csTRpD5HDM:

http://eventingnation.com/infamous-spooking-styles/


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 Betreff des Beitrags: Re: Scheuen
Ungelesener BeitragVerfasst: 23. Oktober 2018, 20:19 
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Wohnort: Hessen
Exakt so :muahaha:


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 Betreff des Beitrags: Re: Scheuen
Ungelesener BeitragVerfasst: 24. Oktober 2018, 18:55 
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Beiträge: 1702
Ja, recht treffend :roll: :twisted: :klappe:

Ich werde das mit den Pausen in der gruselige Ecke mal probieren. Auf die Idee bin ich noch gar nie gekommen. Danke!

_________________
In den Sattel gehören nur zwei Emotionen:
Humor und Geduld.


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