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Das große Geschnatter geht weiter!
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Ungelesener BeitragVerfasst: 6. November 2011, 18:01 
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Hallo,

es war sehr durchwachsen.

Mein Pferd war angesichts der vielen Zuschauer und der sehr lauten Lautsprecher völlig von der Rolle und dementsprechend schwierig zu händeln für mich. Er war total grell, spannig und wollte ständig abschießen, ist vor jeder raschelnden Jacke zusammengezuckt, drehte blitzschnell um und das ganze fühlte sich sehr ätzend an.

Ich sollte dann so ganz easy rumreiten, Hand vor und leichter sitzen, bloß nicht hinten reinsetzen und nicht so doll parieren, auf keinen Fall festhalten. Das mit dem nicht festhalten leuchtet mir ja ein, weil man sich ja dann nur festzieht und das Pferd noch mehr dagegen pullt ... aber dass ich da entlastend und Hand vor rumreiten sollte, während mein Pferd natürlich noch mehr abschoss, war doch sehr unangenehm. Zum Glück bin ich nicht ängstlich und die Halle riesengroß, aber ich reite doch lieber etwas kontrollierter durch die Gegend und halte mich da eher an meinen früheren Ausbilder, der in solchen Fällen empfohlen hat, sich hinzusetzen :alol:

Herrn Putz fand ich mittelmäßig sympathisch, er hat fast nur zum Publikum gesprochen und mich meistens mit "hallo, hiiiier, guckeeen" angesprochen, während ich damit beschäftigt war, dass mein Pferd nicht gegen die Band sprang. Er hat mich nicht beleidigt oder vorgeführt, aber wohl gefühlt habe ich mich auch nicht. Ich glaube, er wollte demonstrieren, dass durch seine Methode auch nervige Pferde gelassen werden - was in Luckys Fall leider nicht geklappt hat ... der sprang mir am Ende fast gegen die geschlossene Hallentür, so sehr war er von der Rolle. :roll:

Auf die Gefahr, mich unsympathisch zu machen, war mir das alles ein wenig zu "Pro Pferd" - und zwar um jeden Preis. Ich bin einfach der Meinung, dass man ein erwachsenes Pferd, was durchgeht und nur wegspringen und wegdrehen will, auch mal energischer anfassen und drüber wegreiten darf.

Naja. Wenigstens gabs nen Büchergutschein :wink:

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Auch aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, kann man etwas Schönes bauen. - Erich Kästner


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Ungelesener BeitragVerfasst: 6. November 2011, 18:10 
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Zitat:
Auf die Gefahr, mich unsympathisch zu machen, war mir das alles ein wenig zu "Pro Pferd" - und zwar um jeden Preis. Ich bin einfach der Meinung, dass man ein erwachsenes Pferd, was durchgeht und nur wegspringen und wegdrehen will, auch mal energischer anfassen und drüber wegreiten darf
Vor allem werden die Pferde dann auch eher ruhiger, weil sie Führung haben und sich konzentrieren müssen. Meiner hätte sich da eher auch mehr reingesteigert, als dass er ruhiger geworden wäre. Gegen Blödsein hilft Arbeit :mrgreen: , dazu stehe ich auch umfassend, egal, was ein Herr Putz oder der Kaiser von China sagt :wink: .

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Ungelesener BeitragVerfasst: 6. November 2011, 18:35 
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Genau so seh ich das auch :wink:

Mein Pferd war sicherlich auch sehr aufgeregt und spannig, aber ich glaube, wenn ich ihn zur Arbeit ermahnt hätte, dann wär ich zumindest einigermaßen gesittet außenrum gekommen. Er ist ja auch auf dem ein oder anderen Turnier schon so grell gewesen und ich konnte ihn trotzdem durch die Prüfung steuern und Konzentration fordern - mit Einwirkung!

So fühlte es sich an wie auf einem antiautoritär erzogenen 5-Jährigen, der schlau genug ist, die Situation auszunutzen :-D nicht meine Veranstaltung :keineahnung:

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Ungelesener BeitragVerfasst: 6. November 2011, 18:37 
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Zitat:
So fühlte es sich an wie auf einem antiautoritär erzogenen 5-Jährigen, der schlau genug ist, die Situation auszunutzen
Kann ich mir sehr gut vorstellen :alol: .

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Ungelesener BeitragVerfasst: 6. November 2011, 18:40 
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Und ich kann mir vorstellen, dass einige Zuschauer ein wenig schadenfroh waren :-D :-D naja. Wenigstens bin nicht runter gefallen :-D

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Ungelesener BeitragVerfasst: 6. November 2011, 18:42 
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Wieso? Ist auch eigentlich nicht so lehrreich, wenn man ein S-Pferd im Stechtrab aussenrum steppen sieht. Aber Du hast Recht, es schult die Sattelfestigkeit. :-| Man muß das positiv sehen.

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Ungelesener BeitragVerfasst: 6. November 2011, 18:45 
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Naja, weil das S-Pferd im Stechtrab durch die Halle rannte und sich ziemlich aufgeführt hatte - und ich obendrauf nix machen durfte und mir nur anhören musste, dass ich hinten über sitze.

Ist mir aber egal, ich habe mich der Herausforderung gestellt und für uns war es eine gute Erfahrung. :wink: Von der Bande aus sieht immer alles einfach aus.

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Ungelesener BeitragVerfasst: 6. November 2011, 19:47 
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Die LK1 am Zaun-Fraktion hat sowieso IMMER etwas auszusetzen, von daher sollte man über deren mögliche Gedankengänge gar nicht nachdenken. :wink:
Schade, dass dir die Einheit bei Herrn Putz nicht wirklich was gebracht hat, für mich hört es sich auch leicht befremdlich an, dem Pferd in solchen Augenblicken die Kontrolle zu überlassen statt es konsequent zur Ruhe und zur Arbeit zu rufen, damit es sich abregt.


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Ungelesener BeitragVerfasst: 7. November 2011, 09:28 
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Mir wurde mal von jemand, der ein bißchen „Insider-Wissen“ hat, was diese Ausbilder-Vortragsreihen betrifft, erklärt, daß man seitens der FN die Vortragenden dazu anhält, auf einer absolut sanften Welle zu schwimmen und auf gar keinen Fall in irgend einer Situation den Reiter dazu aufzufordern „sich mal durchzusetzen“. Hintergrund ist, daß man vermeiden möchte, daß Lieschen Müller auf schwachem E-Niveau zu Hause versucht das nachzureiten. (Ob es jetzt unbedingt förderlicher ist, wenn Lieschen dann statt dessen entlastend und mit vorgegebener Hand durch die Halle schießt, sein mal dahingestellt.)

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Ungelesener BeitragVerfasst: 7. November 2011, 09:39 
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Ja, so etwas kam mir auch in den Sinn. Zumal Herr Putz in seinem vorherigen 2-stündigen Vortrag Fotos von hintenübersitzenden Ponyreitern, engen Dressurpferden mit inaktiver HH und den weiteren üblichen Zeigefingerheb-Situationen gezeigt hat. Das Positivbeispiel war dann immer ein Reiter, der in Bewegungsrichtung saß und die Hand in Richtung Pferdemaul vorgab. Das ist in der Theorie eben alles vorbildlich, gut nachvollziehbar und schön, eben "pro Pferd".

Wenn dann blöderweise das Demonstrationsobjekt losschießen will, wäre es wahrscheinlich gegen seine Philosophie, mir vor allen Zuschauen zu sagen: "Setz Dich hin und gib mal einen auf den Zahn" - überspitzt gesagt.

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Ungelesener BeitragVerfasst: 7. November 2011, 10:38 
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Genau das, wollte ich damit sagen. Wäre das ein "normaler" Lehrgang mit Dir als zahlendem Teilnehmer gewesen, bin ich mir sicher, dass der Unterricht etwas anders verlaufen wäre...

Ich war Anfang des Jahres auf einem Vortrag von Herrn Hess und da kannte ich eine der "Demonstrations-Reiterinnen" näher. Sie erhoffte sich ein paar Tips, wie sie ihr Pferd im Galopp noch besser auf die Hinterhand bringen und versammeln kann, bekam aber nur gesagt, sie solle jetzt erst mal im frischen Tempo vorwärts galoppieren, die Versammlungsbereitschaft "würde dann schon kommen". Natürlich war es für das Publikum nett zu sehen, wie das Pferd entspannt vorwärts-abwärts um die Bahn galoppierte, aber ich wage zu bezweifeln, dass dies der Lerneffekt war, den sich die Reiterin gewünscht hatte. Deshalb ist mein Fazit solcher Vorträge, dass sie für das Publikum je nach Pferd/Reiter Konstellation interessant sein können, dem Reiter aber in der Regel nicht viel bringen.

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Ungelesener BeitragVerfasst: 7. November 2011, 10:51 
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Ich musste letzes Jahr an solch einem Lehrgang mit Karl-Heinz Streng vorreiten und hab exakt die gleiche Erfahung gemacht wie Lucky sie beschrieben hat... Mein Pferd hat sich leider angesichts der veränderten Kulisse ziemlich daneben benommen und ich musste es auch noch durchgehen lassen :twisted:
Ausserdem kam der Herr eine gechlagene Stunde zu spät aus der Kaffeepause zurück und wir hatten die Anweisung, pünktlich mit aufgewärmten Pferden parat zu stehen :kotz:
Gebracht hat es mir rein gar nix und ich würde mich auch nicht mehr als Demonstrationsobjekt opfern...


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Ungelesener BeitragVerfasst: 13. September 2017, 19:35 
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Habe grade aus Spaß mal "alte Meister" hier in die Suche eingegeben und bin auf diesen alten Thread gestoßen.
War gestern noch jemand in Ankum bei Ingrid Klimkes Vortrag/Demostunde?
Ich habe sowas zum ersten mal gesehen und fand es sehr spannend. Vorgestellt wurden hintereinander ein Dreijähriger, ein Vierjähriger, ein Fünfjähriger und dann noch ein Neunjähriger, auf den jeweiligen Entwicklungsstufen. Alles sehr qualitätsvolle Pferde eines großen Zucht- und Ausbildungsstalles hier in der Nähe.


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