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Das große Geschnatter geht weiter!
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 Betreff des Beitrags: Re: Erfahrung als Pflegestelle
Ungelesener BeitragVerfasst: 1. September 2020, 15:24 
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Jackpot für Orlando!
Wie schön!

Ich habe vier mal Pflegestelle für Hunde aus Spanien gemacht, beim vierten Pflegi wurde ich zum Pflegestellenversager und Sita durfte bleiben.
Hab quasi das gleiche wie du: " So einen Traumhund hätte ich so schnell nicht wieder gefunden: wunderschön, stubenrein, leinenführig, kann stundenweise alleine bleiben, guter Autofahrer und einfach nur lieb" bloß ohne Punkte und in blond und etwas kleiner :rosawolke:

Die anderen drei waren aber genau so Traumhunde, andere optik, aber allesamt super liebe, unkomplizierte, fröhliche Hunde ohne grobe Macken.
Das jeder Hund so sein Thema mitbringt, bleibt nicht aus, die eine hatte einen sehr stark bedingen Jagdtrieb, was aber bei der Rasse auch keine überraschung war - es war ein zumindest optisch sehr reinrassiger Foxterrier - die andere hatte ein etwas überschwängliches Temperament und sprangt an allem und jedem freudig hoch, die dritte kam mit einer Blasenentzündung aus dem Flugzeug und tat sich anfangs mit der Stubenreinheit etwas schwer.
Das sind aber ja alles Dinge, an denen man arbeiten kann und auch nichts, was jetzt speziell auf die tierschutzherkunft zu schieben wäre.

Meine Erfahrungen als Pfegestelle ist durchweg positiv, mir hat es unheimlich viel Spaß gemacht diese tollen Hunde auf ihren Weg in ein neues Leben zu schicken und ihnen die erste Starthilfe zu geben. Gerade in den ersten Wochen entwicklen sich die Hunde wirklich enorm und es macht so eine Freude dabei zuzusehen, wie sie langsam über sich hinauswachsen.
Keiner der Hunde war irgendwie traumatiert oder schwierig, aber natürlich haben sie keine bilderbuchmäßige Welpenpräung erfahren und leben wahrscheinlich zum ersten mal in ihrem Leben in einem Haushalt mit festen Bezugspersonen. Das ist neu und aufregend und viele sind am Anfang verständlicherweise etwas überwältigt und daher vielleicht etwas vorsichtig und zurückhaltend. Es dauert aber in der Regel nur ein paar Tage (es sei denn es ist ein sehr ängstlicher Hund, aber das sagt einem jede gute Organisation vorher) und die Hunde blühen richtig auf.

Ich finde es immer schade, dass jedem Tierschutzhund gleich ein schweres Trauma und schreckliche Erfahrungen unterstellt werden. Sehr sehr viele Hunde haben gar nichts besonders schlechtes erlebt, sind sehr jung zu Tierschützern gekommen und warten einfach nur auf ihre Chance, mit ihrer eigenen Familie ein ganz normales Hundeleben zu beginnen.
So sehr ich meinen Hund liebe und glücklicher mit ihr nicht sein könnte, so traurig bin ich manchmal, dass mein "Versagen" vielen anderen Pflegis die Chance genommen hat, hier eine Starthilfe zu bekommen.
Irgendwann würde ich das schon gerne wieder machen, aktuell hält mich aber der 5. Stock ohne Fahrstuhl davon ab, mir reihenweise nicht stubenreine Hunde in die Bude zu holen [smilie=timidi1.gif]

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Schaut mal auf unserem Online Magazin rund ums Pferd rein:
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Fotoshooting?
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 Betreff des Beitrags: Re: Erfahrung als Pflegestelle
Ungelesener BeitragVerfasst: 1. September 2020, 18:43 
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Tolles Thema! Unser Tierschutzhund ist auch ein Volltreffer.
Wenn noch ein bis zwei Jahre vergehen, möchten wir auch pflegestelle werden.

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Nicht ärgern! Nur wundern.....


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 Betreff des Beitrags: Re: Erfahrung als Pflegestelle
Ungelesener BeitragVerfasst: 4. September 2020, 10:49 
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Ich vermute auch, dass die Mehrzahl an Hunden, die aus dem Ausland erst einmal über eine Pflegestelle nach Deutschland kommen, psychisch ganz stabil sind. Die müssen sich eben ein wenig an die neue Art zu leben gewöhnen. Und da das Leben als Haushund in Deutschland im Zweifelsfall viel angenehmer ist, als ihr vorheriges, passen sie sich bestimmt auch ganz schnell an und sind sehr lieb und dankbar.
Unserer wurde ja als "Problemfall" mit schwerer Traumatisierung angekündigt. Und mich hat einfach positiv überrascht, wie schnell er doch unglaublich "alltagstauglich" war. Manchmal vergessen wir schon, dass er ja ein "Angsthund" ist. Neulich bin ich dann zu entspannt gewesen, hatte ihn neben mir liegen mit der Leine am Boden, und er ist wegen eines Geräuschs mal wieder in Panik ausgebrochen und los gedüst in Endgeschwindigkeit. Er rannte zum Glück seinem Herrchen direkt in die Arme. Ein wenig vorsichtig muss ich also doch noch sein.
Ansonsten macht er sich weiter prima. :rosawolke:


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 Betreff des Beitrags: Re: Erfahrung als Pflegestelle
Ungelesener BeitragVerfasst: 15. Oktober 2020, 18:51 
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ich haenge mich hier mal dran. Ich ueberlege, eine Pflegestelle fuer eine Katze anzubieten, erstens hatte ich eine Maus in meiner Wohnung und zweitens waere etwas Gesellschaft ganz nett. Allerdings kann ich nicht die Verantwortung fuer ein ganzes Haustierleben uebernehmen, weil ich ja hoffe, dass in einigen Jahren wieder mein richtiges Leben weitergehen wird und dann bin ich sehr viel weg (hoffentlich).

Meine Fragen waeren:
Ich bin zwar grundsaetzlich sehr tieraffin, aber habe keine Ahnung von Katzen, kenne mich nicht mit Krankheiten oder optimaler Fuetterung etc aus, sowas weiss ich nur beim Pferd.
Es kommt nur eine reine Wohnungskatze in Frage und kein traumatisiertes Tier, weil ich aus dem Tal der Ahnungslosen bin.
Wie wahrscheinlich ist es, dass mir die die Wohnung auseinander nimmt? Kann man sagen, welche Art Tier man moechte, in meinem Fall was liebes, ruhiges, gerne auch etwas aelter?
Wie macht man das mit Schlaf/Spielbereich? Katzen sind ja nicht wirklich erziehbar, ich moechte nicht, dass sie der Meinung ist, dass sie unbedingt auf meiner Couch ohne Unterlage schlafen moechte oder es besonders witzig findet, an meinen Stehlampen hochzuklettern, das waere echt nicht gut. Ich moechte ihr gerne ein schoenes Schlafplaetzchen einrichten und ich weiss nicht was die sonst noch so brauchen. Wegen mir kann sie auch im Gaestebett schlafen, das kann man ja regelmaessig frisch beziehen. :mrgreen:
Im Moment bin ich im Home Office, aber irgendwann gehe ich wieder ins Buero und bin dann ca. 14 Stunden am Tag weg - ist das zumutbar? ich habe gehoert, dass es solche Futterspender gibt, die man programmieren kann, so dass sie regelmaessig Futter bekommen koennte.
ich habe 2 Balkone, muss man die mit extra Gittern versehen, damit die Katze nicht abstuerzt?

:thxs:

_________________
... die jeden Tag ihr Gemüse isst.


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 Betreff des Beitrags: Re: Erfahrung als Pflegestelle
Ungelesener BeitragVerfasst: 15. Oktober 2020, 20:46 
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Also erstmal sind Katzen genau wie Pferde keine Einzelgänger. Es gibt zwar manchmal dieses typische Klischee von der Einzelkatze, aber das liegt eher daran, dass man die Katzen durch das alleine Halten zu Sozialkrüppeln gemacht hat. Vor allem wenn man sie rein in der Wohnung hält sind daher zwei Katzen eigentlich Pflicht. Gute Tierheime geben Katzen auch nur zu zweit bzw. als Zweitkatze ab.
Einzelne und vor allem junge Katzen neigen auch eher dazu, aus langweile Dinge kaputt zu machen. Wenn sie zu zweit sind spielen/ beschäftigen sie sie sich eher miteinander. Balkone musst du sichern, Katzen landen such nicht immer unversehrt auf ihren Beinen, wenn sie wo runterfallen. Viele Katzen mögen keine geschlossenen Türen (wenn dann müssen die am besten von Anfang an konsequent zu sein) und ihnen anzugewöhnen, irgendwo nicht hochzugehen ist relativ schwierig.

Katzen sind Häppchenfresser, daher sollte man mehrmals am Tag füttern. Das Futter sollte optimalerweise Nassfutter mit sehr hohem und möglichst genau dekorierten Fleischanteil sein. Trockenfutter kann zu Nierenproblemen führen. Bei Wohnungskatzen sollte man am besten eine Katzentoilette mehr als Katzen haben und diese am besten zweimal/Tag reinigen.

An deiner Stelle würde ich mich daher als pflegestelle für ein älteres Katzenpaar anbieten, zum Beispiel eins, bei dem der Besitzer weggestorben ist. Zu zwei brauchst du kein schlechtes Gewissen haben, wenn du unterwegs bist und ältere Katzen machen meist nicht mehr so viel kaputt.
Was man auch bedenken sollte ist der Trennungsschmerz. Kommst du damit klar, wenn die Katze(n) schon nach 3 Monaten an eine Endstelle vermittelt werden?


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 Betreff des Beitrags: Re: Erfahrung als Pflegestelle
Ungelesener BeitragVerfasst: 15. Oktober 2020, 20:47 
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sorry, irgendwie komischer Doppelpost.


Zuletzt geändert von Isjaki am 16. Oktober 2020, 08:50, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Erfahrung als Pflegestelle
Ungelesener BeitragVerfasst: 16. Oktober 2020, 05:40 
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@Isjaki:

es stimmt nicht so ganz, Katzen sind durchaus Einzelgänger, können aber eine gute Koexistenz eingehen. Sicherlich gibt es auch viele Katzen, die nicht alleine leben möchten.
Aber ich habe jetzt mehrfach erlebt, daß Katzen sehr glücklich wurden, wenn sie plötzlich (endlich) alleine sind, weil ihr Partner nicht mehr da ist. Sie blühten richtig auf.

Aber Katzen brauchen auch "ihre" Menschen. 14 Std außer Haus, dann dazu noch die eigene Ruhezeit, macht für eine Katze wenig Zeit, sich mit ihr zu beschäftigen. Gerade eine Katze auf einer Pflegestelle hat oft Probleme und braucht vermehrte menschliche Zuwendung.

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"Geh Deinen Weg und laß die Leute reden"


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 Betreff des Beitrags: Re: Erfahrung als Pflegestelle
Ungelesener BeitragVerfasst: 16. Oktober 2020, 10:07 
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Hmm, das hoert sich ja nicht so richtig passend an... ich dachte schon, dass das lange weg sein ein Problem darstellen koennte. Jetzt ist es kein Problem, weil ich den ganzen Tag zu Hause bin, vielleicht 2 Stunden weg im Fitness Studio oder zum laufen gehen und ich glaube auch nicht, dass wir die Bueros vor Ende des Jahres hier wieder oeffnen.
Wie ist das denn, wenn man mal eine Nacht weg ist? Das passier bei mir schon ab und zu mal.

Zitat:
Katzen sind Häppchenfresser, daher sollte man mehrmals am Tag füttern
Wie soll das denn gehen ausser man ist Schueler oder Hausfrau? :-?

Zitat:
Kommst du damit klar, wenn die Katze(n) schon nach 3 Monaten an eine Endstelle vermittelt werden?
Versuch macht kluch, aber ich glaube schon, denn ich weiss ja, dass es nicht fuer immer ist.

Zitat:
Gerade eine Katze auf einer Pflegestelle hat oft Probleme und braucht vermehrte menschliche Zuwendung.
Aber sind Katzen nicht Tiere, die sich das holen? Also die kommen an, wenn sie was wollen?

Zitat:
es stimmt nicht so ganz, Katzen sind durchaus Einzelgänger, können aber eine gute Koexistenz eingehen.
Die Nachbarskatze der Nachbarn meiner Eltern ist Einzelgaenger, zwar haben die Nachbarn weitere Katzen, aber diese eine ist mehr bei meinen Eltern als zu Hause, wohl auch, weil sie die anderen Katzen nicht mag. Deswegen kam ich auch auf die Idee, die ist wirklich sehr unauffaellig, liegt auf ihren Lieblingsplaetzen, kommt mal zu meiner Mutter und schlaeft eigentlich die meiste Zeit oder kullert auf den Teppichen rum und sieht niedlich aus. Die ist auch schon auf den Fensterbaenken rumspaziert und an Weihnachten auf dem Gabentisch, fand die Schleifen spannend :alol: . Aber die hat noch nie was runtergeschmissen oder kaputt gemacht. Dreck macht sie auch nicht, ausser dass sie meinen Eltern immer tote Maeuse bringt :evil: .

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 Betreff des Beitrags: Re: Erfahrung als Pflegestelle
Ungelesener BeitragVerfasst: 16. Oktober 2020, 11:32 
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Registriert: 5. Februar 2015, 15:38
Beiträge: 257
ich habe zwei Katzen die nur im Haus sind..gefüttert wird morgens und abends..Wasser ist durch einen Katzenbrunnen immer zur freien Verfügung..Katzenklo wird bei mir dreimal am Tag sauber gemacht, da manche Katzen es eklig finden wenn das nicht permanent sauber ist und dir dann irgendwo hin machen..meine mögen keine geschlossenen Türen, da kannst Du auch noch so konsequent sein, die bekommen sie auf indem sie auf die Klinke springen...
Weihnachtsbaum und sonstige Deko Gegenstände finden sie total uninteressant, das ist aber von Katze zu Katze und auch von Rasse zu Rasse unterschiedlich. Meine sind sehr menschenbezogen, die wollen gestreichelt werden und stellen sich auch vor einen und brüllen einen an. Eventuell will das gute Tier dann auch mit im Bett schlafen, wenn du das nicht möchtest dann solltest du dich drauf einstellen das entweder an der Tür gekratzt wird oder rumgemaunzt wird.

Mal eine Nacht wegbleiben ist nicht das Problem, wenn du abends schaust das alles da ist für die Nacht und das Klo sauber ist und dann morgens zum füttern wieder da bist. Katzen haben durchaus ihre Zeiten wann das Futter im Napf zu sein hat. Manche Katzen reagieren da sehr zickig..meinen ist es wurscht..

Es heißt nicht umsonst Hunde haben Herrchen, Katzen haben Personal


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 Betreff des Beitrags: Re: Erfahrung als Pflegestelle
Ungelesener BeitragVerfasst: 26. Oktober 2020, 09:13 
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Registriert: 2. Mai 2007, 13:35
Beiträge: 5075
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Danke für Eure Antworten, aber ich glaube, das funktioniert bei mir nicht. Ich schätze, im nächsten Jahr werden wir irgendwann wieder ins Büro gehen, dann bin ich eben jeden Tag wirklich lange weg, weil ich in der Regel 10-11 Stunden am Tag arbeite und danach noch ca. 2 Stunden fürs Fitness Studio aufwende. Dann noch ein paar Minuten Logistik und nochmal was einkaufen - das macht einfach keinen Sinn. Und wenn ich weg bin, ist es eben meist nicht nur ein Tag, sondern schon mal 2-3 Nächte.

Da wird man so einem Tier einfach nicht gerecht und das möchte ich nicht.

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