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Das große Geschnatter geht weiter!
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Ungelesener BeitragVerfasst: 3. Mai 2018, 15:29 
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Im Netz kursiert gerade eine heftige Diskussion bezüglich der Neuordnung des § 59 LPO. Dieser regelt unter anderem die Erteilung der Dispens bei einer Siegerehrung dieser ,teilweise oder komplett, fernzubleiben. Hier sollen die Richter zukünftig angehalten werden, weitaus strengere Maßstäbe bei der Vergabe einer Dispens anzulegen.

Wie seht Ihr das ? Musste dieser Paragraph endlich neu geregelt werden, oder haltet Ihr das für unnötige Gängelei der Turnierreiter ?

Die bisherigen Meinungen sind sehr kontrovers. Die einen sind der Meinung das das schon lange nötig war. Da es einfach zu viele Reiter gibt, die aus reiner Bequemlichkeit eine Dispens zur Siegerehrung beantragen. Andere wiederum halten dies für völligen Schwachsinn und sehen hier den Schutz von Reiter und Pferd im Vordergrund.

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Ungelesener BeitragVerfasst: 3. Mai 2018, 16:13 
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Hmm, also ich finde das schwierig. Grundsätzlich ist es natürlich schaden, wenn in einer Platzierung viele nicht mitreiten, aber andererseits gibt es halt auch gute Gründe dafür.

Ich fand die Regel eigentlich ganz gut, dass die ersten 3 müssen und ich selbst finde auch, dass man bei einer farbigen Schleife schon mitreiten sollte. Andererseits ist es halt auch manchmal schwierig, wenn das Starterfeld extrem groß ist. Man sattelt ab und verlädt und bei 100 Teilnehmern verliert man auch schon mal den Überblick. Wenn dann die Nummer aufgerufen werden und man es weit zum Anhängerplatz hat, dann wird es schnell unmöglich rechtzeitig aufs Pferd zu kommen. Auf Verdacht fertigmachen finde ich aber auch blöd, wenn ich sonst erst eine Stunde später satteln müsste, weil ich mein Pferd nicht unnötig von A nach B schleifen will. 1,5 Stunden gesattelt am Arbeitsplatz kommt für mich allerdings auch keinesfalls in Frage!

Mein Pferd ist allerdings einer von den Kandidaten, die in der Siegerehrung total abdrehen. Ich hab den schon so übernommen und es ist in allen den Jahren nicht besser geworden. Der kann nicht Schritt gehen, steigt gerne und schießt auch mal wild über den Platz. Wenn er die Schleife bekommt, dann geht der gerne mal hoch oder rennt in einem Affenzahn rückwärts in die anderen Pferde, egal wie gut man ihm zuredet, ihn versucht abzulenken etc. nichts hilft dann. Er tritt nicht nach den andere Pferden, aber schon durch das unkontrollierte rückwärtslaufen kann er mal einen blöd verletzten, ebenso das umherlaufende Bodenpersonal. Und die Gefahr, dass mal einer ihm eine verpasst, weil er sich bedrängt fühlt (zu Recht), ist ja auch immer gegeben. Das ist schon keine so angenehme Situation. Je länger sich das ganze hinzieht, also je mehr Platzierte, desto schwieriger wird es mit ihm. Ich muss ehrlich sagen, dass ich mittlerweile keinerlei Freude mehr daran habe. Ich erfreue mich an einer guten Runde und einer Schleife, aber die Siegerehrung macht mich echt fertig. In der letzten Saison war ich bei fast jedem Start platziert und hab mich immer gezwungen teilzunehmen. Dabei sind die dollsten Dinger passiert. Ich denk mir daher öfter, dass ich mir und dem Pferd den Stress gerne ersparen würde, wenn es nur um eine Salatschleife geht. Wenn die ersten 5 reiten, reicht es doch.

Hach, da fällt mir mal wieder auf beim Schreiben, wie neidisch ich auf die Leute bin, deren Pferde ganz entspannt in der Mitte stehen und auf ihre Schleife warten... Ich hab ja immer gehofft es wird im Alter besser, aber bisher ist nichts in Aussicht und er ist mittlerweile 19 :aoops: .


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Ungelesener BeitragVerfasst: 4. Mai 2018, 11:10 
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Ich finde die Neuregelung absolut überzogen und zwar aus zwei verschiedenen Blickwinkeln.
Zum einen hat mein Pferd einfach panische Angst in der Gruppe zu galoppieren. Ich habe es schon mehrfach versucht und mich und auch andere dadurch eher in Gefahr gebracht. Im Regelfall muss das auch nicht sein. Diese Eigenschaft brauche ich weder im Parcours noch zu Hause. Diese Angst sagt aber nichts über die Eignung meines Pferdes als Turnierpferd aus. Sie springt super und ist an sich sehr entspannt auf dem Turnier. Wenn ich nun mit meinem Pferd gute Leistung erbringe verstehe ich es nicht, warum ich ihr das antun muss. Schleif abholen vom Sponsor verstehe ich alles - aber die Ehrenrunde? In meinen Augen gefährlich und gehört abgeschafft.

Andere Perspektive: Mein Partner reitet auf einem anderen Niveau und hat eigentlich immer mehrere Pferde dabei. Wir fahren auch oft zu großen Turnieren, wo es häufig große Starterfelder gibt. Wir sind meistens nur zu zweit. Wenn jetzt der erst gestartete Pferd evtl. platziert war muss ich es nun für später nochmal fertig machen. Teilweise liegen dazwischen 2 Stunden, dh das Pferd muss komplett neu aufgewärmt werden. Was nun wirklich komplett sinnfrei ist. Es interessiert doch keinen ob das Pferd nun die Nullrunde gelaufen ist oder das andere Pferd. Es verursacht nur Stress für Pferd, Reiter und Helfer.

Mal abgesehen davon, wie oft ich schon gesehen habe, das die Pferde in der Siegerehrung nacheinander treten etc. Auch in den kleinen Prüfungen ist es manchmal echt gefährlich, wenn die Kids aussen rum jagen.

Mein Plädoyer ist ganz klar: Schafft die Ehrenrunde ab!

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Ungelesener BeitragVerfasst: 4. Mai 2018, 11:51 
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@eskadron,
danke für deine Schilderung.
Ich gestehe, auch wenn mir die Leute mit den explodierenden Pferde zwar schon auch leid tun in dieser Situation zu stecken, irgendwie dachte ich halt auch immer leicht gehässig "ja ja, die Turnierreiter"...
Du weißt ja, jeder pflegt so seine Vorurteile (meistens krieg ich hier ja - zumindest indirekt - mehr als genug von sowas ab). :wink:

Das aber so ehrlich zu lesen, mit dem "gezwungen sein, teilzunehmen" und wie schlimm das immer ablief und dass Du neidisch auf die ruhigeren Pferde bist, und wie lange das schon geht, das ist echt traurig.


Ich denke schon, dass eine Neugestaltung von Siegerehrungen durchaus hilfreich für viele Teilnehmer und auch für die Pferde sein könnte. Die Bilder werden ja nicht besser, und es gibt nunmal immer mehr Pferde, die den Druck von lautem Klatschen und lauter Musik und Trubel nicht ertragen, und die Übungs-Möglichkeiten und/oder Übungs-Motivationen sind (aus welchen Gründen auch immer) beschränkt. Ist halt so, muss man sich vielleicht einfach doch der Realität anpassen. (und lieber hier, als den Schritt aus der Dressurprüfung streichen :-| )

Ein Podest mit 1/2/3, analog zum "normalen" Sport, und da daneben die Platzierten aufgereiht ist doch auch ein schönes Bild.
Schön wäre dann, wenn, ebenfalls wie im normalen Sport, erst die Platzierten und dann Platz 3, 2, 1 aufgerufen werden würde.

Wenn dies vereinheitlicht werden würde, wäre doch gut.


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Ungelesener BeitragVerfasst: 4. Mai 2018, 12:01 
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Was genau sagt denn der § jetzt?

Generell finde ich es richtig, daß man an der Siegerehrung teilnehmen muß. Aber es ist ja auch noch ein Unterschied, ob ich nur einreite, meine Schleife nehme und dann ggf wieder raus reite, wenn die Ehrenrunde beginnt.
Habe ich ein unruhiges Pferd (wie Gajari) oder damals den Hengst, dann stehe ich trotz Schleife hinter den Pferden und reite ggf auf und ab. Ein Richter hatte mir mit Krümel auch schon erlaubt wieder raus zu reiten, weil er sich etwas aufgeregt hatte. Dabei haben meine Pferde nicht mal Streß mit der Ehrenrunde, nur das lange Stehen bis dahin finden sie blöd. Und Krümel mochte die Enge nicht.

Sinnvoll finde ich es auch, wenn man statt seinem eigenen ggf ein Fremdpferd nehmen darf.
Gerade dann, wenn man sehr lange auf die Siegerehrung warten muß (hohe Teilnehmerzahl) oder man froh war, sein Pferd im Anhänger zu haben und für die 10 min nicht wieder eine Stunde verladen zu müssen.
Dieses sollte dann aber schon auf dem Platz gegangen sein oder erst gar nicht auf dem Platz starten. Es könnte ja sonst als Vorteil gesehen werden.

Brauni hatte ich auch mal zur Siegerehrung verliehen. Das Mädel war noch placiert gewesen und ich knapp raus. Meiner war noch gesattelt, ihrer stand auf dem Anhänger und war nicht so verladefreundlich. :-D . Sie hatte sich sehr gefreut, daß sie meinen nehmen durfte. Ich hatte das aber auch nur gemacht, weil ich sie hatte Reiten sehen.

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Ungelesener BeitragVerfasst: 4. Mai 2018, 12:59 
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Also ganz ehrlich, Turniere bzw. Wettbewerbe ohne Siegerehrung? oder alternativ zu Fuß ohne unseren Partner Pferd? die Prüfung soll das Tier bestmöglich absolvieren, aber die Ehrung holt sich dann nur der Mensch?

Als Kind und später auch Jugendliche waren die Siegerehrungen doch das Beste am 'Gewinnen'. Am besten auf dem großen Platz mit viel TamTam. Und unsere Ponys und später Pferde standen alle Bombe und ja, danach gabs eine Flotte Ehrenrunde und unsere Tierchen fanden es noch so witzig, konnten danach aber auch am langen Zügel im Schritt die Bahn wieder gelassen verlassen. Lag vllt. an unseren Vielseitigkeitsponys/-pferden, dass sie das abkonnten und im gewissen durch das Training auf großen Wiesen und mehreren galoppierenden Parteien gewohnt waren. Aber auch in den Jahren danach habe ich soviele Pferde in die Siegerehrungen geritten, junge wie alte, und davon führte sich keiner so auf. Also sind es für mich wirklich nur ein kleiner Teil der Pferde für die Siegerehrungen wirklich stress sind und die sich und andere dabei in Gefahr bringen.

Vllt. liegt es auch mehr an den Reitern heutzutage, die es nichtmehr gewohnt sind und damit umgehen können, dass sich ein Pferd auch mal einen km/h schneller als Wohlfühltempo bewegt. Und ja, gerade bei den Berufsreiterturnieren wird gern mal auf die Siegerehrungen verzichtet. Wie sollen da die jungen Pferde dies auch lernen? Von der Schleife am Kopf ganz zu schweigen. Kein Wunder, dass so ein 7jähriger dann bei seiner ersten Ehrenrunde vom A* mit wehender Schleife am Kopf unter junger Nachwuchsreiterin mal durchdreht.

Ich fände es sehr Schade, wenn im Zuge dieser Disskusion die Siegerehrungen zu Pferd doch abgeschafft werden. Gerade für die Kinder ist es doch wichtig nach der sportlichen Leistung würdig geehrt zu werden und ihren Partner Pony/Pferd dabei zu haben. war doch schließlich eine Gemeinschaftsleistung. Und wegen mir soll es jedem Freigestellt sein ob oder mit welchem Pferd er erscheint. Wenn es für den eigenen zu viel Stress ist soll derjenige sich eben eins Ausleihen. ich gebe meine Pferde immer gern dafür her. Meine genießen die Ehrenrunden meistens oder absolvieren diese zumindest brav.

Kleine Anekdote: Meine Ponystute ist eine eher schlechte Anhängerfahrerin und schmiss sich in den Rechtskurven immer gegen die Seitenwand. Wenn sie aber auf Turnier platziert war und Ehrenrunde mitlaufen durfte, konnte sie plötzlich auf dem nach Hauseweg brav stehen ohne umzufallen. Darum habe ich sie auch gern statt meinem anderen Pony in den Ehrenrunden geritten. War gesünder für ihre Beine ;o)


grüße Claudi

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Ungelesener BeitragVerfasst: 4. Mai 2018, 13:05 
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Da gab es wahrscheinlich mal wieder ein paar "zu bequeme" schwarze Schafe, die einmal zu oft nicht zur Siegerehrung kommen wollten, und die FN hat das ganze neu reglementiert.

Ein Berufsreiter, der auf einem Turnier mit mehreren Pferden zugange ist und nicht nur mehrere Starts koordinieren muss sondern vielleicht noch irgendwelche Siegerehrungen für nen Platz was-auch-immer hängt wahrscheinich nicht persönlich an der Ehrenrunde und lässt die gern mal ausfallen. Was ich aus Sicht des Reiters verstehen kann, für die Sponsoren und Veranstatler ist es natürlich blöd wenn zum krönenden Abschluss die Hälfte nicht erscheint.
Wenn ich als "Normal-Reiter" platziert bin freue ich mich wie irre und genieße es da nochmal rein zu dürfen. Auch wenn es nur ne grüne Schluppe ist. Mein Pferd ist aber auch unkompliziert und gechillt.

Mag ja stimmen, dass mal als "erfolgreicher" Reiter sein Pferd soweit im Griff haben sollte, dass eine Ehrenrunde nicht zur Gefahr für sich und andere wird, die Praxis zeigt was anderes. Das sind halt Lebewesen und keine Mopeds, bei Musik, Applaus und allgemeiner Unruhe drehen da manche halt ziemlich auf und denen sollte man es wirklich ersparen dürfen.


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Ungelesener BeitragVerfasst: 4. Mai 2018, 14:32 
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Ich bin kein Turnierreiter.

Und ich kenne den Paragraphen auch nicht.

Aber als Alternative zum rein reiten, was würdet ihr denn davon halten, das Pferd an der Hand mit zu nehmen?

Gut, mit der Ehrenrunde im Galopp wird das dann schwierig. Aber an der Hand sind manche Pferde eventuell doch leichter zu bändigen als unter dem Sattel.

Just my two cents.

Gruß,
Layla


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Ungelesener BeitragVerfasst: 4. Mai 2018, 14:39 
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Davon würde ich gar nichts halten. Oft ist es an der Hand noch schwieriger das Pferd zu kontrollieren.

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Ungelesener BeitragVerfasst: 4. Mai 2018, 15:02 
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Ich kann nur sagen: Siegerehrung vor über 20 Jahren in Jugendprüfungen war entweder, das coolste überhaupt, oder der Alptraum schlechthin - je nachdem mit welchen Pferd ich als 2. gestartet bin. Wenn mein großer, lieber Schimmel das zweitgestartete Pferd war, dann bin ich gerne mit meinem Fels in der Brandung eingeritten. Mit dem kleinen, frechen Braunen dagegen als Pferd Nr. zwei wusste ich, dass ich lieber nichts vor der Siegerehrung essen sollte, weil mir dann im wahren Sinne des Wortes zum Kotzen war. Denn ich war mit der Konsequenz bewusst, dass dieses Pferd in seiner Jungpferdeherde - mit leider mangelhafter allgemeiner Sozialisation, wie sich im Nachgang herausgestellt hatte - die unangefochtene Nummer 1 war und dies auch in sein Erwachsene-Leben transportiert hatte: Das bedeutete für mich "leider", dass dieses Pferd so gepolt war, dass es jede Ehrenrunde "gewinnen" wollte - und am besten ohne Reiter, weil das ja zusätzlicher Ballast war. D.h. ich musste mich dann immer auf einem wüst-buckelnden Pferd im Renngalopp halten, dass sich letztendlich zahm wie ein Lämmchen durchparieren ließ, sobald es sich uneinholbar an die Spitze gesetzt hatte (und dabei noch soweit Einfluss zu nehmen versuchen, dass er möglichst keine Oxer im nachfolgenden Großen Preis in falscher Richtung oder Menschen des Parcoursdiensten als "lästiges Beiwerk" in vollem Tempo übersprang. Ehrlich: Ich war sehr froh, dass sich das irgendwann unter den Richterkollegien rumgesprochen hatte: "Entweder, es geht, dass Du mit dem Schimmel in die Siegerehrung kommst, auch wenn Du nur mit dem Braunen platziert bist - oder Du kommst zu Fuß!"

Von daher finde ich eine starre Reglementierung nach Paragrafen etwas Schreckliches, sondern sehe dort eigentlich das Fingerspitzengefühl des Richterkollegiums - und zwar in der Gesamtheit gefragt: Vielleicht sollten die Reiter heutzutage schon begründete Dispens pro forma im Vorfeld beantragen können - müsste doch im Zeitalter von Apps usw. gehen, dass begründete Anträge automatisch bewilligt werden:
Gründe könnten sein:
a) allgemein wegen Dauer der Prüfung (Es kann ja eigentlich nicht sein, dass ich z.B. bei 35 Grad Plus und einer Prüfungsdauer von über 4 Stunden mein Pferd, dass erster Starter war, im heißen Hänger parken muss, obwohl es nach 30 Minuten Fahrt im heimischen Stall ist, wenn eine Platzierung z.B. mit einer 6,2 eher fraglich ist. Allerdings muss dann auch klar sein, wenn ich diese Begründung "ziehe", dass dann kein weiterer Start an diesem Tag mehr möglich ist und je nach Entfernung zumindest der Reiter wieder anwesend ist o.ä. Regelungen).
b) wegen Parallelität mehrerer Prüfungen (gibt ja tatsächlich noch ein paar die Dressur und Springen mit einem oder mehreren Pferden parallel starten
c) speziell bei mehreren gestarteten Pferden, dass dann das letztgestartete und nicht zwangsläufig das platzierte Pferd eingeritten wird.
d) Dispens von Richter-Seite aus: Ich bin durchaus der Meinung, dass wenn beispielsweise drei unabhängig Richter, die ein Pferd als völlig wettkampffähig auf dem Abreiteplatz und im Parcours/Viereck erlebt haben, aber dann z.B. ein- oder zweimal ein völlig hohldrehendes Pferd in der Siegerehrung gesehen haben, dieses Pferd mit Rücksprache des Reiters/Besitzers im Pferdeverzeichnis als "von Siegerehrung befreit" in die Turnierpferdedatenbank eintragen können sollten.

Es gibt einfach Pferde, die mit dieser Situation trotz Training (Musik bis Anschlag auf im Stall und beim "normalen" Reiten in der Halle auf dem Platz usw.) sich eben nicht an diese spezielle Situation gewöhnen, die aber trotzdem tolle Turnierpferde sind, und zwar nicht nur in der Prüfung, sondern auch im "Drumherum". Ich kenne da außer dem kleinen Braunen, auf dem ich selber saß, noch zwei weitere Pferde, die S-Springen gingen, aber nicht Siegerehrungs-tauglich gewesen wären. Die wären dann wohl beide in der Wurst gelandet, wenn Platzierungen an der Faktor "kommt zur Siegerehrung oder nicht" gehangen hätten, weil Ihre Art und vorherige Erfahrungen trotz entsprechendem Training sie nie zum verlässlichen Freizeit- und Geländepartner hat werden lassen.

Tja, der Braune vom ersten Absatz war einfach speziell - nach rund 2 Jahren durfte man ihn ohne Sedierung beschlagen - dafür hat er dann gemerkt wie stark er ist, weshalb ich auch den Weg nachhause (rund 15 Minuten) teilweise zu 100 Prozent rückwärtsgeritten bin - obwohl er wissen musste, dass das Futter auf ihn wartet. Dass dieses Pferd seine Bestimmung darin gefunden hat, mit einem blinden Menschen an Jagden teilzunehmen, dort auch Hindernisse (mit Hilfe eines begleitenden Ansagers zu überwinden) und dort auch beim Stelldichein usw. (beinahe völlig) relaxt zu sein, hätte wohl niemand gedacht.

edit #1: Hab noch ein paar Rechtsreibfehler gefunden - aber bestimmt noch nicht alle, da müsste zumindest das 4-Augen-Prinzip her.

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Halef - you'll be always on my mind
22.2.1997 - 8.8.08

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Zuletzt geändert von kildare am 4. Mai 2018, 16:58, insgesamt 1-mal geändert.

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Ungelesener BeitragVerfasst: 4. Mai 2018, 16:42 
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My_Velvet hat geschrieben:
Also ganz ehrlich, Turniere bzw. Wettbewerbe ohne Siegerehrung? oder alternativ zu Fuß ohne unseren Partner Pferd? die Prüfung soll das Tier bestmöglich absolvieren, aber die Ehrung holt sich dann nur der Mensch?

Als Kind und später auch Jugendliche waren die Siegerehrungen doch das Beste am 'Gewinnen'. Am besten auf dem großen Platz mit viel TamTam. Und unsere Ponys und später Pferde standen alle Bombe und ja, danach gabs eine Flotte Ehrenrunde und unsere Tierchen fanden es noch so witzig, konnten danach aber auch am langen Zügel im Schritt die Bahn wieder gelassen verlassen. Lag vllt. an unseren Vielseitigkeitsponys/-pferden, dass sie das abkonnten und im gewissen durch das Training auf großen Wiesen und mehreren galoppierenden Parteien gewohnt waren. Aber auch in den Jahren danach habe ich soviele Pferde in die Siegerehrungen geritten, junge wie alte, und davon führte sich keiner so auf. Also sind es für mich wirklich nur ein kleiner Teil der Pferde für die Siegerehrungen wirklich stress sind und die sich und andere dabei in Gefahr bringen.

Vllt. liegt es auch mehr an den Reitern heutzutage, die es nichtmehr gewohnt sind und damit umgehen können, dass sich ein Pferd auch mal einen km/h schneller als Wohlfühltempo bewegt. Und ja, gerade bei den Berufsreiterturnieren wird gern mal auf die Siegerehrungen verzichtet. Wie sollen da die jungen Pferde dies auch lernen? Von der Schleife am Kopf ganz zu schweigen. Kein Wunder, dass so ein 7jähriger dann bei seiner ersten Ehrenrunde vom A* mit wehender Schleife am Kopf unter junger Nachwuchsreiterin mal durchdreht.

Ich fände es sehr Schade, wenn im Zuge dieser Disskusion die Siegerehrungen zu Pferd doch abgeschafft werden. Gerade für die Kinder ist es doch wichtig nach der sportlichen Leistung würdig geehrt zu werden und ihren Partner Pony/Pferd dabei zu haben. war doch schließlich eine Gemeinschaftsleistung. Und wegen mir soll es jedem Freigestellt sein ob oder mit welchem Pferd er erscheint. Wenn es für den eigenen zu viel Stress ist soll derjenige sich eben eins Ausleihen. ich gebe meine Pferde immer gern dafür her. Meine genießen die Ehrenrunden meistens oder absolvieren diese zumindest brav.

Kleine Anekdote: Meine Ponystute ist eine eher schlechte Anhängerfahrerin und schmiss sich in den Rechtskurven immer gegen die Seitenwand. Wenn sie aber auf Turnier platziert war und Ehrenrunde mitlaufen durfte, konnte sie plötzlich auf dem nach Hauseweg brav stehen ohne umzufallen. Darum habe ich sie auch gern statt meinem anderen Pony in den Ehrenrunden geritten. War gesünder für ihre Beine ;o)


grüße Claudi


Also es gibt in der VS mittlerweile häufig Siegerehrungen ohne Pferd. Platzierung findet ohne Pferd vor der Meldestelle statt und da beschwert sich keiner. Sicherlich macht es auch vielen Pferden Spaß, aber eben nicht allen und ich finde nicht, dass die dadurch müssen.
Ich bin nicht zwangsläufig für eine Siegerehrung ohne Pferd. Mit einem anderen würde es mir bestimmt auch Spaß machen, aber ich mag das Gefühl gezwungen zu sein nicht. Ich denke die meisten Reiter freuen sich darauf und verzichten nicht ohne triftigen Grund, denn ja, es macht Spaß. Aber ich finde halt, dass man es den Leuten freistellen sollte, ob sie es machen oder nicht. Meinetwegen weiterhin mit der Regelung, dass die ersten drei müssen. Aber dann könnte man sich zumindest ab und an den Stress ersparen.
Und zum leihen, ich habe mein Pferd noch nie verliehen (das will wohl auch keiner :angellie: ), wurde gefragt oder habe jemals mitbekommen, dass es wer macht. Ich würde das Angebot sofort annehmen, aber das macht nunmal kaum wer. Und wenn man jetzt sogar unter seinen eigenen das höchstplanierte Pferd nehmen muss und nicht irgendeins, dann sehen sie es sicher nicht gerne, wenn man auf einem komplett fremden kommt.
Und ich kann glaube ich auch guten Gewissens behaupten, dass ich kein Schisser bin, aber das trotzdem nicht in den Griff bekomme. Mein Pferd ist 100%ig geländesicher, hat vor nichts Angst. Macht alle GHP-Übungen und ist auch regelmäßig in der VS unterwegs. Problemlos :keineahnung: ! Ich weiß nicht, was ich anderes machen könnte. Er war 2 Jahre in Vollberitt vor meinem Kauf und dort hat er das mit den Bereitern auch gemacht.
Ich glaube übrigens auch, dass meiner die Siegerehrungen toll findet. Der hat auch kein Problem mit der Schleife am Kopf, aber ehrlich gesagt ist mir egal, ob der aus Freude oder Angst abdreht. Wenn es gefährlich wird, dann ändert das nichts daran, dass er wen oder sich verletzen kann.

Vor einigen Jahren gab es in meinem alten Turnier-LK auch einen tödlichen Unfall in einer Siegerehrung. Das Pferd ist ausgerastet und der Reiter an einem Baum geflogen :cry: .


Zuletzt geändert von Eskadron am 5. Mai 2018, 08:08, insgesamt 1-mal geändert.

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Ungelesener BeitragVerfasst: 4. Mai 2018, 21:02 
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Also ich reite ja Turniere, habe eine wirklich brave Stute die die Ehrenrunde liebt. Ich war aber letztes Jahr auf einem Turnier platziert, da wurde die Siegerehrung auf dem Springplatz vorgenommen, mit Kreismeisterschaftsehrung. Rund 20 Pferde auf Rasen, die Dressurpferde rutschten im Galopp und das erste mal bekam meine Angst und blieb erstarrt stehen, während alle galoppierten. Dann rannte sie rückwärts und ich bekam echt Angst dass sie nun gleich auch so abgeht. Ich bin generell nicht die Mutigste was sowas betrifft. Ich möchte mir daher nicht vorstellen wie es anderen geht, die jedes mal mit so Situationen zu kämpfen haben. Ich glaube mir würde der Spass so sehr vergehen, dass ich es lassen würde.

Ich finde Schleife abholen ist ok mit Pferd, aber wenn jemand vor der Ehrenrunde gehen möchte, dann sollte ihm das möglich sein und weder sich noch andere zu gefährden.


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Ungelesener BeitragVerfasst: 7. Mai 2018, 11:14 
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Beiträge: 6223
Wohnort: auf´m Sofa
Mit meiner alten Stute war das Spass. Mit unserer letzten Stute wäre es Selbstmord gewesen. Die ist nie wirklich sicher geworden, wenn mehr als 5 Pferde auf einem Haufen standen. Da hätte ich auf alles verzichtet.

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Schnuppe


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Ungelesener BeitragVerfasst: 7. Mai 2018, 12:51 
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Beiträge: 4254
Meine Stute ist total gechillt und findet es eher unnötig NOCHMAL galoppieren zu müssen :-? :keineahnung:
Rocket war auch so!
ABER mit meinem Opi kenn ich das Phänomen "Ich hab zwar keine goldene Schleife, aber ich renne schneller als der erste!" leider auch zu gut und nicht selten wurden da mal auf dem Springplatz in der Ehrenrunde Hindernisse mitgenommen etc. War also nicht wirklich immer ein Vernügen [smilie=timidi1.gif]

Wie ist es denn jetzt geregelt?


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Ungelesener BeitragVerfasst: 7. Mai 2018, 13:01 
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Letztendlich ist nur neu geregelt das die Richter sich nachhaltiger vergewissern, das der Antrag auf Dispens keine faule Ausrede ist. :keineahnung:

Hier eine Ausführung zu dem Thema auf der FN Seite

Ehrenrunde
Jeder, der am Turnier teilnimmt, erhofft sich in der Regel auch eine gute Platzierung. Aber nicht jeder freut sich auf die Siegerehrung und die dazugehörige Ehrenrunde. Gerade in Zeiten, in denen es nicht leichter wird, Prüfungssponsoren zu gewinnen, sollte die Teilnahme daran aber selbstverständlich sein. Dies gibt auch die LPO 2018 vor, in dem sie zur Teilnahme verpflichtet, ansonsten droht die Aberkennung der Platzierung. Hiervon abweichende Regelungen sind vom Veranstalter spätestens mit der endgültigen Zeiteinteilung bekannt zu geben. Teilnehmer, die sich mit mehreren Pferden oder Gespannen platzieren konnten, sollen mit dem höchstplatzierten Pferd oder Gespann teilnehmen. Natürlich können aber im begründeten Fall auch weiterhin von Richter und Turnierleitung Ausnahmen von den Bestimmungen zur Siegerehrung inklusive Ehrenrunde zugelassen werden.

Also, letztendlich entscheiden die Richter ob die Dispens zulässig ist.

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