Ententeich

Das große Geschnatter geht weiter!
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 Betreff des Beitrags: Wenn das Pferd zur Belastung wird
Ungelesener BeitragVerfasst: 15. Juni 2019, 12:01 
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Hallo zusammen

Ich habe aktuell ein Dauer Abo beim TA. Mein Oldi ü30 vom Kopf recht fit aber vom Fressen leider nicht mehr. Angefangen hat es vor 2 Wochen mit Schlund, danach hatten wir noch einmal Glück als ich ein Heuersatzprodukt für alte Pferd probiert habe und ihn damit "fast umgebracht" habe also das zweite mal Schlund, dieser war bis TA kam wieder frei. Dann zwei Tage später lag er locker 4 Std und kam nicht mehr hoch in der Box. Versucht was ging aber auch hier wieder TA geholt. TA kam ich habe gesagt, wir können auch beenden :klappe: :cry: natürlich war ich völlig aufgelöst und der TA meinte einen Versuch geben wir ihm noch. Tja er Stand auf, zwar war er wacklig auf den Beinen aber er lief wieder. Glück gehabt. Dieses auf und ab macht mich "bekloppt". Es ist mein "bestes" Pferd im Stall bzw wir haben viel zusammen durchlebt. Jeden Tag stehe ich unter Strom wenn ich morgens fütter bzw die Stalltür auf mache und jeden Abend drehe ich egal wie spät noch eine zusätzliche Runde ob alles okay ist. Am liebsten würde ich alle Tiere abgeben und mich aus der Verantwortung stellen. Spaß an dem Sport habe ich gerade nicht mehr auch wenn ich gerade ein Pferd gekauft habe.

Kennt ihr das?

Also aus eigenem Interesse, da ich diese Woche mehrfach vor der Entscheidung stand und es sich dann im letzten Augenblick doch noch zum Positiven gedreht hat , würde ich gerne wissen, wie geht ihr mit dem Thema einschläfern um? Wie habt ihr es verarbeitet?


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Ungelesener BeitragVerfasst: 15. Juni 2019, 12:35 
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Das gleiche machte ich ein Jahr lang mit meinem Oldie letztes Jahr mit. Hier gab es viele böse Worte, dass ich zu spät einschläfern ließ. Und es gab genauso viele, die bestätigten, dass der Pferdebesitzer und TA vor Ort das ganz gut einschätzen können.
Auf jeden Fall weiß ich noch ganz genau, dass ich immer und ständig- auch nachts, das Handy griffbereit hatte, falls mal wieder etwas wäre. Ich war immer unter Strom, traute mich kaum noch in Urlaub zu fahren. Am Ende, als endlich der richtige Zeitpunkt kam, war ich völlig mit mir im Reinen und es fiel (auch wenn es egoistisch klingt) eine riesen Last von mir ab. Das Einschläfern ist traurig, aber wenn es der richtige Moment ist, ist die Trauer schnell überwunden. Gerade wenn es - wie bei euch aktuell ja auch- abzusehen ist, dass es bald soweit sein wird, kann man sich gedanklich damit beschäftigen und langsam Abschied nehmen. Ü30 ist einfach alt, man hat ein schönes und langes Leben geboten. Ich sagte mir z.B., dass ich sie nicht mehr vom TA auf die Beine stellen lasse. Als es soweit war, schlug der TA tatsächlich nochmals vor, dass wie sie nochmals "hochpushen". Aber das konnte ich dann ruhig und bestimmt ohne schlechtem Gewissen ablehnen, weil ich mich damit auseinandergesetzt und für mich die richtige Entscheidung getroffen hatte, ohne Zeitdruck und Stress,

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Ungelesener BeitragVerfasst: 15. Juni 2019, 19:06 
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melle1 hat geschrieben:
Das gleiche machte ich ein Jahr lang mit meinem Oldie letztes Jahr mit. Hier gab es viele böse Worte, dass ich zu spät einschläfern ließ. Und es gab genauso viele, die bestätigten, dass der Pferdebesitzer und TA vor Ort das ganz gut einschätzen können.
Auf jeden Fall weiß ich noch ganz genau, dass ich immer und ständig- auch nachts, das Handy griffbereit hatte, falls mal wieder etwas wäre. Ich war immer unter Strom, traute mich kaum noch in Urlaub zu fahren. Am Ende, als endlich der richtige Zeitpunkt kam, war ich völlig mit mir im Reinen und es fiel (auch wenn es egoistisch klingt) eine riesen Last von mir ab. Das Einschläfern ist traurig, aber wenn es der richtige Moment ist, ist die Trauer schnell überwunden. Gerade wenn es - wie bei euch aktuell ja auch- abzusehen ist, dass es bald soweit sein wird, kann man sich gedanklich damit beschäftigen und langsam Abschied nehmen. Ü30 ist einfach alt, man hat ein schönes und langes Leben geboten. Ich sagte mir z.B., dass ich sie nicht mehr vom TA auf die Beine stellen lasse. Als es soweit war, schlug der TA tatsächlich nochmals vor, dass wie sie nochmals "hochpushen". Aber das konnte ich dann ruhig und bestimmt ohne schlechtem Gewissen ablehnen, weil ich mich damit auseinandergesetzt und für mich die richtige Entscheidung getroffen hatte, ohne Zeitdruck und Stress,

ich bin da total bei Melle....auch wenn meine lange nicht so alt war....man merkt, wenn der Zeitpunkt da ist...ich hab davor immer mal gesagt "Doc, wenns keinen Sinn macht, dann sagen Sies, dann gehen wir jetzt hinter die Halle". Als es dann soweit war, wußte ich es aber auch schon bevor der Doc es definitiv gesagt hat. Und ja es war traurig und schlimm, aber sehr sehr friedlich und ich war danach auch extrem erleichtert...einfach weil man nicht mehr bei jedem Anruf aus dem Stall Herzrasen kriegt etc

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Manchmal ist der größte Liebesbeweis das Loslassen.

Manoar Gamara
07.05.2003-07.03.2019
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Ungelesener BeitragVerfasst: 15. Juni 2019, 20:37 
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Ich kann das auch so bestätigen wie die anderen beiden. Ü30 ist einfach ein echt hohes Alter, da hat ein Pferd sein Leben ja auch wirklich gelebt.

Bei uns war es letztes Jahr so, dass wir zusammen mit der TA gesagt haben wir geben ihr noch eine Woche und wenn die Situation sich nicht mehr wirklich verbessert dann lassen wir sie gehen (TA hätte aufgrund der Befunde auch wenn wir das gewollt hätten gleich eingeschläfert). Ich denke wir haben den richtigen Zeitpunkt getroffen. Ich hatte allerdings das letzte Jahr ihres Lebens auch immer das Handy dabei und mir ging immer die Pumpe wenn die Stallbesi anrief.
Bei uns kam allerdings noch dazu, dass das Pferd von der Stallbesi nicht zu Händeln war und ich deshalb für alles da sein musste. Die Besitzerin vom Pferd war beruflich bedingt 600km entfernt.


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Ungelesener BeitragVerfasst: 15. Juni 2019, 21:05 
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Beiträge: 9819
Ich habe dann für mich im stillen kämmerlein ausgemacht , wie weit ich gehe.
Dann kam der Punkt, ich habe es einfach gemerkt. Und da ich mich für diesen Fall seelisch vorbereitet hatte, habe ich schnell entschieden.
Es tut mir wirklich leid! Du wirst es merken. Aber irgendwann tut man den Tieren keinen gefallen mehr, und man muss loslassen.
Ich habe auch schon mal zu lange leben lassen, weil ich es nicht wahr haben wollte. Werfe ich mir bis heute vor! Ist 20 Jahre her.
Seit dem lieber eine Woche zu früh, als zu spät.

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Nicht ärgern! Nur wundern.....


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Ungelesener BeitragVerfasst: 16. Juni 2019, 14:35 
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Ich hatte auch schon sehr lange vorher entschieden, wie weit ich bei meinem gehen möchte. Als dann die Entscheidung da war in Absprache mit meiner Tierarztin war es natürlich sehr sehr traurig, aber nachdem ich mich damit bereits lange davor damit befasst hatte, war dann der sogenannte Tag X irgendwie nicht mehr schlimm für mich. Ich wusste, es war nach ganz vielen gemeinsamen Jahren absolut richtig und in gewisser Weise dann auch eine Erleichterung.


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Ungelesener BeitragVerfasst: 16. Juni 2019, 15:10 
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@Tinytin: Erstmal wünsche ich dir alles Gute für die nächste Zeit, egal in welche Richtung es weitergeht :knuddel:


Ich habe bis jetzt nur einmal notfallmäßig eine Entscheidung treffen müssen, alles andere war geplant. Da ist die Zeit bis zum Termin zwar ein irgendwie merkwürdiger Schwebezustand, aber man fängt auch schon anfangen zu verarbeiten und hat eventuell auch noch ein paar schöne Tage mit dem Tier.
Und auch wenn ich jenseits der Emotionen eine sehr klare Grenze für mich ziehe, die ich nicht nochmal überschreiten möchte, ist es dann doch jedes Mal wieder eine Entscheidung aus der Situation heraus.
Klar gesagt, ich habe beruflich bedingt mehrere Pferde elendig verrecken sehen weil die Besitzer (und in einem Fall meine Chefin) die Entscheidung nicht treffen wollten. Und ich hoffe sehr, dass ich selbst sowas meinen Tieren niemals antun werde. Aber auch ich habe einmal selbst eine geplante Euthanasie abgesagt weil ich dachte es wird besser. Wurde es nicht und es tut mir heute noch leid dass ich das Pony vier Tage zu lang gequält habe.
Andererseits habe ich es auch schon erlebt, dass Tiere, die ich eigentlich schon aufgegeben habe und wo der jeweilige Tierarzt „nur noch etwas probieren“ wollten bevor sie die Spritze setzen wieder gesund wurden. Das waren dann allerdings keine sehr alten Tiere, aber trotzdem hab ich sie natürlich vor Augen, wenn ich irgendwann mal wieder vor einer solchen Entscheidung stehe.

Verarbeitet habe ich es unterschiedlich (jetzt nur auf meine „Herzenstiere“ bezogen). Es waren bis auf eins alles Ponys die noch keine 20 Jahre alt waren. Fehlen tun sie alle, keine Frage. Aber es gab die, wo der Tod auch für mich eine Erleichterung war, weil die ununterbrochenen Sorgen weg waren und weil ich 100%ig sicher war, zum richtigen Zeitpunkt das Richtige getan zu haben. Es gab aber auch zwei, wo ich zwar in dem Moment froh war, dass das Leiden für das Pony ein Ende hat, ich selbst aber noch sehr lange mit mir gehadert habe ob ich auch wirklich alles versucht habe. Und wo ich heute - 14 Jahre später - immer noch bei jeder neuen Therapie von der ich lese denke „ob er damit noch leben könnte“?

Ich bin jemand der noch am selben Tag alles wegräumt, nur das Halfter bleibt irgendwo sichtbar hängen. War beim Hund auch so, das Körbchen musste einfach weg. Da ist jeder anders und das soll auch jeder so machen wie es sich richtig anfühlt.


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Ungelesener BeitragVerfasst: 16. Juni 2019, 15:19 
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So ist das bei mir auch so.
Muss alles weg.

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Ungelesener BeitragVerfasst: 16. Juni 2019, 16:11 
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Beiträge: 2146
Wohnort: Dresden
Sei erstmal gedrückt!!
Ich hatte diese Situation einmal mit meinem Hund, da war der Tierarzt zögerlich und letzten Endes war es furchtbar weil zu spät.
Ich hoffe, bei den Pferden bin ich entschlossener. Man weiß ja nie, was passieren wird.
Ich denke, man fühlt bei einem Tier, was einen so lange begleitet hat, wann der richtige Zeitpunkt gekommen ist. Ich hoffe es einfach!
Ich drück dir die Daumen!!

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Der Weg ist das Ziel!!


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Ungelesener BeitragVerfasst: 16. Juni 2019, 16:32 
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Beiträge: 5771
Wohnort: aufm Baum
Achse noch zum Thema verarbeiten....ich saß halt noch ne halbe Stunde (vielleicht auch länger) daneben. Etwas ist die Tierärztin noch bei mir geblieben, aber die musste dann auch irgendwann los. Ich hab dann das Halfter runter genommen und ne Plane drüber gemacht. Hab meine Sachen gepackt, hab mich verabschiedet und auf dem weg vom Hof bin ich nochmal angehalten und hab die Plane hochgehoben....da hatte sich das Auge schon verändert und ich wußte, dass sie wirklich "weg" ist. Die Tage drauf waren ein bisschen "komisch"...mein Verstand wusste, dass sie nicht mehr da ist, aber mein Unterbewusstsein war mehr so "neee kann nicht sein, die war ja immer da" "neeeeee kann echt nicht sein, die steht da irgendwo auf der Wiese und frisst" und wenn ich dann ganz bewusst versucht habe, mich an das Einschläfern zu erinnern, hat mein Hirn dann auch nicht mitspielen wollen. Habe dann mit einer guten Freundin gesprochen und der ging es genauso. Das hat sich auch nach ein paar Tagen gegeben. Das dauert halt, bis das wirklich ins Unterbewusstsein eingesickert ist. Die Erinnerung an den Tag ist mittlerweile auch wieder völlig klar....ich glaub das war ein Schutzmechanismus oder sowas. 2 Tage später musste ich auch zum "alten" Stall und ihren alten Koppelpartner versorgen...wurde zwar etwas schief angeschaut, aber es ging ohne Probleme. Ich war auch die Woche drauf zur Equitana und hab da für ein Haufen Geld ein Porträt von ihr in Auftrag gegeben (was echt mega schön geworden ist). Klar steigen mir noch ab und an die Tränen in die Augen und zwischendurch denk ich mir, dass ich jetzt völlig durchdrehe....als ich nach dem Einschläfern nach Haus gefahren bin bzw. erstmal noch zu einer Freundin, waren da ganz viele Regenbögen....gut...alles klar [smilie=timidi1.gif] gut oben angekommen.....nur irgendwie seh ich seitdem gefühlt ständig welche....auf der Heimfahrt wo ich die Zwergin gekauft hab, nach der Stallbesichtigung....neulich saß ich im Auto und dachte mir so "ja alles klar, du warst immer sehr gesprächig, aber findeste nicht langsam mal, dass gut ist?". Aber es ist gut, ich habe wirklich meinen Frieden damit gemacht. Ich werd die olle Ziege immer vermissen, aber ich habe ihr den größten Dienst erwiesen und mein Versprechen eingelöst: Sie musste nicht leiden. Ich denke, dass se ein gutes Leben bei mir hatte, vor allem wenn man allein die alte Rückenverletzung bedenkt.
Und auch wenn ich erst nicht gedacht hätte, dass das so einfach geht, hat die Zwergin sich ganz einfach in mein Herz gestohlen. Aber sie hat da zusätzlich Platz, nicht stattdessen. Und wo ich mir bei Pferden im Bekanntenkreis immer mal gedacht hab "boah das war mit Gamara aber alles einfacher", vergleiche ich die Kleine (Gott sei dank) gar nicht.

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Manchmal ist der größte Liebesbeweis das Loslassen.

Manoar Gamara
07.05.2003-07.03.2019
Für immer im Herzen.


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